Das sind die neuen Gesetze für Reise-Entschädigungen

Ihr Flug wurde um einige Stunden verschoben? Oder gar der Abflughafen geändert? Es klingt komisch, doch solche Änderungen müssen Sie oftmals einfach hinnehmen. Es gibt allerdings auch Grenzen, die Reiseveranstalter nicht ungestraft überschreiten dürfen. Hier erfahren Sie, wann es mit rechten Dingen zugeht und wann es sich lohnt, Rückzahlungen einzufordern.

Gerade bei Pauschalreisen sollten Sie unbedingt das Kleingedruckte lesen.

Seit Juli 2018 neue Gesetzeslage

Seit Juli 2018 sind in Deutschland Änderungen am Reiseplan durch den Veranstalter erlaubt, wenn sich im Klein­gedruckten des Reise­vertrages ein sogenannter “Änderungs­vorbehalt” befindet und die Veränderung “unerheblich” ist. Was “unerheblich” bedeutet ist im Einzelfall eine Frage, die Gerichte behandeln müssen. Oft wird jedoch genauso entschieden wie früher, als die Rechtslage klarer war: Bis zu 4 Stunden dürfen Reisetermine verschoben werden, ohne dass daraus ein Anspruch auf Entschädigung entsteht. Bei größeren Verschiebungen muss der Reiseveranstalter Entschädigungen leisten.

Bei Airlines werden 250-600€ fällig

Etwas anders ist die Lage, wenn die Airline Ihren Flug um mehr als drei Stunden verschiebt oder gar storniert. Dann werden nämlich 250-600€ Entschädigung fällig. Allerdings nicht automatisch, Sie müssen diese Entschädigung erst einfordern. Der ADAC bietet zum Beispiel entsprechende Formulare an.

Die Vorteile der neuen Rechtslage

Manchmal bergen gerade Pauschalreisen besonders viel Stress.

Es mag zunächst so scheinen, als ob die neue Rechtslage einseitig die Reiseveranstalter begünstigt. Doch es gibt auch Vorteile für den Kunden. Ist die Reiseänderung “erheblich”, also deutlich massiver als eine Verschiebung um 4 Stunden, hat der Kunde das Recht, von der Reise zurückzutreten. Dann erhalten Sie nicht nur den vollen Reisepreis zurück, sondern können unter Umständen auch Entschädigungen für unnötige Urlaubszeit und unnötige Ausgaben (Visa, Impfung) einfordern. Im Einzelfall empfiehlt sich hier eine Rechtsberatung.

Änderung des Flughafens

Besonders ärgerlich ist es, wenn nicht nur die Reisezeit sondern gleich der ganze Flughafen geändert wird. Hier besteht in der Regel das Recht auf eine Minderung der Reisekosten. Die Höhe der Preisminderung hängt damit zusammen, wie weit die beiden Flughäfen auseinanderliegen. Sie kann im Einzelfall bis zu 70% betragen!

Kaum Chancen bei Wechsel der Airline

Information ist die halbe Miete.

Wird bei einer Reise kurzfristig die Airline gewechselt, haben Sie leider kaum Chancen auf eine Entschädigung. Deutsche Gerichte sehen solche Änderungen in der Regel als zumutbar an. Außer wenn sich damit erhebliche Qualitätsunterschiede beim Reisekomfort ergeben. Das muss allerdings im Einzelfall nachgewiesen werden.

Fazit: Schlau machen!

In fast allen Fällen gilt: Wenn Sie sich nicht persönlich darum kümmern, wird man Sie auch nicht entschädigen. Es ist allerdings oft gar nicht schwer, die vorgefertigten Formulare auszufüllen und damit teilweise umfangreiche Entschädigungen zu erhalten. Ärgerlich bleibt es natürlich trotzdem.

Quelle: test.de

Autor: jl
Veröffentlicht: 17.06.2019, 22:29 Uhr

Zum Autor: Johannes Siegl hat Soziologie studiert und dann im Online Marketing Fuß gefasst. Aktuell ist er als Online Marketing Manager und freier Autor in Hamburg beschäftigt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar
Noch keine Kommentare vorhanden

Helfen Sie anderen Lesern von Vergleich.org und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Vergleich.org.

Abbrechen