• Ein gutes Passwort sorgt für die erste Grundsicherheit. Es sollte einzigartig sein und aus einer willkürlichen Kombination bestehen. Bei der Aufbewahrung hilft ein Passwort-Manager.
  • Ein VPN schützt die eigenen Daten, indem er es schwieriger macht, sie einander zuzuordnen.
  • Sicherheitssoftware, die im Hintergrund läuft, kann viele Online-Risiken bereits im Voraus blocken.

online-sicherheit durch passwort und vpn

Die Kriminalität hat sich in etlichen Bereichen auf das Internet ausgeweitet. Immer wieder werden Meldungen von Hackerangriffen, Phishingattacken oder anderen Betrugsfällen laut.

Der Internetuser muss sich also vor allerhand Angriffen schützen, doch wie funktioniert das eigentlich? Gibt es besondere Hilfestellungen oder reicht es, einfach nur gut hinzusehen? Was nötig ist, um sich sicher im Internet zu bewegen, zeigt dieser Artikel.

1. Ein gutes Passwort-Management legt den Grundstein

Glücklicherweise gibt es immer mehr Anbieter, die gar keine unsicheren Passwörter mehr akzeptieren. Wobei die rein geforderte Zeichenzahl nicht unbedingt die Sicherheit des Passworts erhöht. Wer etwa die eigene Mail-Adresse eingibt, der erreicht die geforderten Zeichen, doch sicher ist das Passwort dadurch nicht. Aber was ist ein gutes Passwort-Management?

  • Auswahlein gutes Passwort hat deutlich über zehn Zeichen, besteht aus (willkürlichen) Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
  • Keine Wiederverwendung – kein Passwort sollte mehrfach genutzt werden. Gerade bei Onlineshops ist das gefährlich, denn erbeutet ein Hacker ein Passwort, so kann er es überall sonst noch ausprobieren.
  • Aufbewahrung – dass es wenig ratsam ist, seine Passwörter per Klebezettel an den Bildschirm zu kleben, ist jedem bewusst. Allgemein sollten die Passwörter auch nicht in einem Dokument auf dem Gerät gespeichert werden. Wenn schon die schriftliche Niederlegung gewünscht wird, dann gelten dieselben Regeln wie bei der Bankkarte: Niemals gemeinsam und immer sicher aufbewahren.

Tipp: Um sich sichere Passwörter zu merken, können Passwort-Manager genutzt werden. Sie erlauben es, ein Masterpasswort festzulegen, welches nun immer eingegeben wird, wenn man sich auf einer Seite einloggen will. Der Manager sucht nun im Hintergrund nach dem hinterlegten Passwort. Die Auto-Passworteingabe der Browser sollte hingegen nur genutzt werden, wenn der Rechner ausschließlich von einem selbst verwendet wird.

2. Das Nutzen von VPNs erschwert Hackern das Zuordnen von Daten

ein vpn erschwert hackern das zuordnen von daten

VPNs machen es Hackern schwer oder unmöglich, Ihre Daten einander zuzuordnen.

Was bedeutet VPN?

VPN steht für Virtual Private Network oder, übersetzt, virtuelles privates Netzwerk. Dabei wird ein Kommunikationsnetz statt lediglich der eigenen Verbindung als Transportmedium verwendet.

Ein VPN ist keine Internetsecurity, was bedeutet, dass es nicht vor dem Besuch gefährlicher Seiten schützt oder Viren und Trojaner blockiert. Doch ein VPN schützt die eigenen Daten. Aber wie geht das?

  • IP – bei der Nutzung eines VPN erhält der Nutzer eine neue IP-Adresse, die er sich aber mit vielen weiteren Usern teilt. Die Einzelperson ist somit nicht auffindbar, zudem können eventuell abgefangene Daten nicht zugeordnet werden.
  • Beispiel – der User wählt sich in einem öffentlichen WLAN in sein Onlinebanking ein. Ohne VPN könnte nun ein Hacker mühelos Nutzer, Anmeldename und Passwort herausfinden. Bei der Nutzung des VPN erhält der Hacker vielleicht das Passwort, aber keine anderen Daten. Oder er erfährt, dass ein User die Seite XY besucht, kann jedoch nicht herausfinden, wie die Anmeldung funktioniert – oder von wem sie durchgeführt wird.
  • Handhabung – VPN gibt es als festes Programm auf dem PC, meist auch über Virenschutzprogramme angeboten. Auch der Router kann ein festes VPN erstellen, was allerdings nur im Heimbereich gilt. Für unterwegs bieten sich Programme oder webbasierte Angebote an. Der User loggt sich ein, wählt seinen gewünschten Standort aus und schon ist das VPN aktiv.

Gerade im öffentlichen Bereich ist ein VPN sinnvoll. Öffentliche WLAN-Angebote sind stets unsicher, da keinerlei Kontrolle besteht, wer was in diesem Netz macht.

3. Verdächtige Mails und Websites vor der Nutzung genau checken

mails koennen schadhafte anhaenge enthalten

Mails können schadhafte Elemente in Form von Links oder Anhängen enthalten.

Nicht alles wird mit der Zeit besser. Doch leider trifft das auf Phishingmails und betrügerische Angebote zu, denn in den Anfangstagen des Internets waren diese Mails so schlecht erstellt, dass jeder wusste, dass etwas nicht stimmt.

Leider sind die Betrüger heute dazu in der Lage, Websites und E-Mails so zu kopieren, dass selbst Profis sehr genau hinschauen müssen, um den Betrug zu entdecken. Doch wenn schon Profis ein Problem haben, wie soll ein normaler Bürger solche Betrugsmaschen entdecken? Es gibt Anhaltspunkte:

  • Mailkontakt – Banken, Versicherungen und offizielle Stellen informieren den User niemals per Mail. Das einzige, was sie machen, ist per E-Mail mitzuteilen, dass sich im Nutzerkonto eine neue Nachricht befindet. Selbst auf einen Link zur Seite wird verzichtet.
  • Links – Links in E-Mails, die zum Einloggen etc. auffordern, sollten stets ignoriert werden. Wer sich unsicher ist, ob die Mail nicht doch der Wahrheit entspricht, der ruft die Seite direkt über den Browser auf.
  • Webseiten – sehr gewiefte Betrüger kopieren offizielle Seiten perfekt. Allerdings fehlt oft ein Zertifikat, zudem unterscheidet sich die geschriebene URL stets von der echten URL des Unternehmens. Aus »Bank-Hundehausen« könnte beispielsweise »Bankhundehausen« werden.
  • Suchergebnisse – wer eine verdächtige Mail erhält, der sollte bei Google nachschauen, ob andere sie auch erhielten. Oft gibt es sehr schnell Reaktionen. Es sollte aber nicht der Absender der E-Mail in den Suchergebnissen angeklickt werden. Sehr gute Betrüger schaffen es, zumindest für einige Tage ganz oben in den Suchergebnissen anstelle des echten Angebots aufzutauchen.

Wer solche E-Mails häufig bekommt, der sollte sicherheitshalber das Passwort ändern. Ist es möglich, so kann auch die eigene E-Mail, die hinterlegt ist, geändert werden.

4. Eine Sicherheitssoftware kann unsichere Elemente blockieren

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Mit einer guten Firewall lässt sich der eigene Internetverkehr entsprechend absichern.

Auch in der heutigen Zeit sind Virenschutzprogramme und die Internet Security gute Hilfestellungen. Letztere zeigt meist schon in den Suchergebnissen an, ob eine Seite sicher, fragwürdig oder gefährlich ist.

Auch werden gefährliche Seiten beim Aufrufen geblockt. Solche Programme sind aber nur gut, wenn folgende Elemente gewährleistet sind:

  • Aktualität – wie auch das Betriebssystem und andere Programme muss die Software auf dem neuesten Stand sein. Das bedeutet, dass nach mehrtägiger Abwesenheit vom PC zuerst einmal ein Update gemacht werden muss.
  • Einstellungen – es bringt nichts, die Einstellungen der Programme so zu verändern, dass kaum noch Prüfungen stattfinden. Sicherheitssoftware muss stets im Hintergrund laufen.
  • Mehrgleisig – vielfach wird geglaubt, dass Betrüger nur PCs und Laptops angreifen. Das ist falsch. Daher sollten auch mobile Geräte stets geschützt werden. Die meisten Anbieter von Sicherheitssoftware bieten sie ohnehin mit mehreren Lizenzen an, sodass das Smartphone ebenso geschützt werden kann.

Wer sich einen soliden Schutz rund um PC, Smartphone und Internet aufbaut, der kann meist relativ beruhigt surfen. Dennoch sollte immer gut hingesehen und auf Mails lieber einmal nicht reagiert werden, wenn Unsicherheiten bestehen.

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