Nur so kannst du dich vor Handystrahlung schützen

Es ist eines der sich am hartnäckigsten haltenden Gerüchte unserer Zeit: Handystrahlung verursacht Krebs bzw. ist anderweitig schädlich. Wir sagen “Gerüchte”, nicht “Mythen”, da sich die Frage bisher nicht zu 100% beantworten lässt. Dann wiederum gilt das für die meisten komplexen wissenschaftlichen Fragen.

Fakt ist im Jahr 2019: Während es zahlreiche Studien zu Effekten von Handystrahlung (bzw. genauer gesagt, hochfrequenter elektromagnetischer Felder) gibt, existieren nicht genügend belastbare Hinweise, um mit Gewissheit zu behaupten, Handys seien strahlungsbedingt schädlich!

Handystrahlung am Kopf

So ist es kein Wunder, dass die einschlägigen Institutionen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), bestenfalls mitteilen, dass bisher nicht nachgewiesene Langzeitbelastungen “möglich” seien. Die WHO würde allerdings, wenn sie wissenschaftlich sauber arbeitet, vermutlich auch mitteilen, dass die Existenz von Einhörnern “möglich” sei.

So weit die Faktenlage

Trotzdem herrscht in der Bevölkerung Sorge. Und warum potentielle Risiken eingehen, wenn es Möglichkeiten gibt, die durchaus existierende Strahlenbelastung zu reduzieren?

Da Hirntumore im Speziellen in Verbindung mit Handystrahlung gebracht werden, könntest du zunächst den Abstand zwischen Strahlungsquelle (Handy) und Kopf reduzieren. Headsets und Freisprechanlagen machen das problemlos möglich.

Handy verbotenDann solltest du wissen, dass dein Handy stärker strahlt, wenn es mit einer schlechten Verbindung zu kämpfen hat. Heißt im Umkehrschluss: Vermeide das Telefonieren (vor allem ohne Freisprecheinrichtung) in Funklöchern.

Und hier noch ein Tipp, der womöglich gerade reiferen Semestern nicht bekannt war: Das klassische Telefonieren erzeugt deutlich mehr Strahlung als die Verbindung des Handys über das WLAN (also das kabellose Internet). Danke Apps wie WhatsApp ist es heutzutage möglich, zu telefonieren, ohne tatsächlich die Telefonfunktion des Handys zu nutzen. Stattdessen “telefoniere” über das Internet. Und so reduziert sich die Intensität der elektromagnetischen Wellen.

Zu guter Letzt werden wir noch einmal wissenschaftlich: Die Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung sowie die Deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) und die EU-Kommission verlangen seit 1998, dass im Handel erhältliche Handys einen SAR-Wert von 2 nicht überschreiten. Im Ergebnis gilt das für praktisch alle Geräte, die dir begegnen werden. Dieser Wert ist extrem konservativ angesetzt.

Unter “SAR-Wert” versteht man die Spezifische Absorptionsrate in Watt pro Kilogramm ( W/kg). Das ist die gängige Messeinheit zur Strahlenbelastung für den Körper. Wenn du dir ein neues Handy kaufen willst, suche es vorher auf der Internetseite des Bundesamts für Strahlenschutz und erfahre dort, was sein spezifischer SAR-Wert ist. Du wirst feststellen, dass die Werte in aller Regel weit unterhalb der 2 W/kg liegen.

Tumor im Hirn

Hat ein Handy oder Smartphone das Umweltsiegel „Blauer Engel“, ist sogar garantiert, dass der SAR-Wert unter 0,6 W/kg liegt. Grundsätzlich hast du hier natürlich die Möglichkeit, Modelle mit besonders niedrigen Werten zu wählen.

Ob es dir nun gesundheitlich etwas nützt oder nicht, können wir nicht sagen. Entscheidend ist: Du fühlst dich wohl und die Sorge telefoniert nicht länger mit.

Bildquellen: Alexander Limbach/AdobeStock,  zsv3207/AdobeStock, Tryfonov/AdobeStock

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