• Ein länger anhaltender Stromausfall gehört zu den Standard-Szenarien, für die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe einen Notvorrat empfiehlt.
  • Sie sollten besser einen für Ihre Ernährungsgewohnheiten passenden Notvorrat anlegen, als einfach nach der Liste des Vorratskalkulators des Bundesamtes für Ernährung und Landwirtschaft einzukaufen.
  • Wasser ist wichtiger als andere Lebensmittel und das nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kochen und für die Hygiene. Vergessen Sie auch Ihre Haustiere nicht.

notvorrat-anlegen-gemischt

Muss der Vorrat regelmäßig ausgetauscht werden?

Zum einen kaufen Sie am besten sehr lange haltbare Lebensmittel. Zum anderen sollten Sie deren Verbrauch und Nachkauf in Ihre normale Ernährung einbeziehen, um den Notfallvorrat nachhaltig zu gestalten.

Nicht nur die Bundesregierung rät dazu, sich einen Notvorrat anzulegen. Solche Überlegungen machen sich viele ganz von alleine, da in den letzten Jahren Szenarien wie Quarantäne oder auch der Krieg in der Ukraine einfach nahelegen, für den Notfall vorzusorgen.

Es gibt zwar komplette Notfallsets mit komprimierter Nahrung im Handel, doch die sind teuer und haben mit unserer individuellen Ernährungsweise wenig gemeinsam.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihren individuellen Notvorrat anlegen können, wie viel Notvorrat Sie brauchen oder sich fragen: »Was sollte man immer vorrätig haben?«, dann finden Sie in diesem Betrag Antworten. Zudem erhalten Sie viele weitere, nützliche Tipps rund um das Thema »Notvorrat anlegen«.

1. Welche Dinge gehören zu einem Notvorrat?

notvorrat-anlegen-eintoenig

Es ist nicht sinnvoll, eine unverhältnismäßig große Menge gleicher Konserven einzulagern – Vielfalt ist auch beim Notfallvorrat besser.

Im ersten Augenblick denken die meisten Menschen an Lebensmittel, doch bei einem gut organisierten Notfallvorrat sollte einiges mehr auf der Checkliste stehen.

Einen ersten Überblick mit wesentlichen Aspekten finden Sie in der folgenden Übersicht:

Art der Vorräte ungefähre Mengen | wichtige Aspekte
Wasser und Getränke
  • mindestens 2 Liter Trinkwasser pro Tag und Person
  • zusätzliches Wasser für Hygiene und Kochen
  • Tee und/oder Kaffee nach persönlichen Gewohnheiten
  • andere Getränke wie Mineralwasser, Säfte usw. können angerechnet werden
Lebensmittel und Tiernahrung
  • ca. 2200 Kalorien pro Person und Tag
  • Ernährungsgewohnheiten und Nährstoffgehalt berücksichtigen
  • Tiernahrung nicht vergessen
Medikamente und Hygieneprodukte
  • alle Medikamente aller Haushaltsmitglieder für die geplante Anzahl an Tagen
  • zusätzliche Schmerzmittel, ein Mittel gegen Verdauungsbeschwerden, Wunddesinfektion sowie Verbandszeug
  • 1 Rolle Toilettenpapier pro Person und 3 Tage; Zahnpasta, Seife und Produkte der Monatshygiene; gegebenenfalls Babywindeln und Feuchttücher
  • Katzenstreu, Vogelsand u.ä.
Praktische und sinnvolle Gegenstände
  • Taschen- und/oder Stirnlampen
  • Feuerzeug oder Streichhölzer
  • Gaskocher
  • Kerzen, Teelichter
  • Notfallradio
  • Powerbank

Tipp: Fast jeder Haushalt hat einen gewissen Vorrat, ohne dass dies als Notvorrat wahrgenommen wird. Beziehen Sie diese Dinge in Ihre Planung ein, wenn Sie Ihren Notvorrat anlegen.

2. Für welchen Zeitraum sollten Lebensmittel bzw. ein Notvorrat ausreichen?

notvorrat-anlegen-konserven

Die Lebensmittel für den Notfall sollten leicht zuzubereiten zu sein – auch die für Haustiere.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, einen Vorrat für 14 Tage anzulegen. Andere Quellen geben grobe Mengenangaben wie etwa folgende pro Person für 14 Tage:

asdf

Welche Survival- oder Notfall-Nahrung gibt es im Handel?

Fertige Sets mit komprimierter Nahrung, die auf wenig Platz alles Notwendige beinhalten – auch Utensilien zur Zubereitung, wie beispielsweise MRE-Menues. Sie lassen sich zudem leicht transportieren.

  • 28 Liter Wasser/Getränke
  • 5 Kilogramm Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Getreide
  • 5,5 Kilogramm Gemüse, Hülsenfrüchte
  • 3,5 Kilogramm Obst, Nüsse, Saaten
  • 3,5 Kilogramm Milch, Käse, Milchprodukte
  • 1,5 Kilogramm Fleisch-, Wurst- und Fischkonserven, Trockenei oder entsprechend proteinhaltige Produkte (z.B. Hülsenfrüchte)
  • 500 g Öl und Fett

3. Wie kann der individuelle Bedarf ermittelt werden?

notvorrat-anlegen-getraenke

Bei Getränken und bei Lebensmitteln für Notfallzeiten sollten Sie Ihren persönlichen Geschmack berücksichtigen, damit Sie diese auch immer wieder verbrauchen und austauschen können.

Wenn Sie ermitteln möchten, wie viel Notvorrat Sie für zwei Wochen brauchen, notieren Sie doch einfach einmal alles, was Sie in diesem Zeitraum verbrauchen.

Dabei sollten Sie alles berücksichtigen, was alle Personen und Haustiere Ihres Haushalts verzehren:

  • frische und haltbare Nahrungsmittel aus Ihren Einkäufen und Vorräten
  • Mahlzeiten und Snacks, die Sie außer Haus essen und trinken
  • Lebensmittel, die Sie mit zur Arbeit, zur Schule und zum Sport nehmen

Wenn Sie an Wochenenden zu Hause andere Dinge essen als an Arbeits- und Schultagen, sollten Sie sich überlegen, wie das wäre, wenn Sie längere Zeit zu Hause sind. Die Mengen können Sie auf diese Weise gut ermitteln.

Tipp: Die Kosten für einen Notvorrat summieren sich für einen mehrköpfigen Haushalt schnell auf einige Hundert Euro. Bauen Sie Ihre Vorräte einfach Monat für Monat aus, dann verteilen sich die Kosten.

4. Welche Nahrungsmittel sind sinnvoll für den Notvorrat?

notvorrat-anlegen-nuesse-zerealien

Wer Müsli mag, sollte immer mehr Zerealien im Haus haben, als unmittelbar gebraucht werden, da sich diese hervorragend für den Notfall eignen.

Wenn Sie Ihren tatsächlichen Bedarf wie in Punkt 2 beschrieben ermittelt haben, ersetzen Sie die frischen, nicht haltbaren Nahrungsmittel möglichst zu Ihrem Geschmack und Ihren Ernährungsgewohnheiten passend durch haltbare. Probieren Sie die infrage kommenden Lebensmittel erst im Alltag aus, sodass Sie keinen Notvorrat anlegen, der Ihnen nicht schmeckt oder bekommt.

Sie können Ihren haltbaren Notvorrat anlegen, indem Sie wie folgt ersetzen:

  1. Obst durch Trockenobst und Konserven – achten Sie beim Kauf auf möglichst lange haltbar Ware ohne zusätzlichen Zucker und Konservierungsstoffe.
  2. Frisches Gemüse durch getrocknetes Gemüse und Konserven – getrocknete Tomaten und Pilze sowie verschiedene Gemüsekonserven. Milchsaure Konserven (fermentierte Gemüse wie Sauerkraut usw.) sind übrigens besonders wertvoll.
  3. Salate durch Sprossen – dazu brauchen Sie nur Saatgut für Sprossen und können diese dann in Schraubgläsern binnen weniger Tagen frisch keimen lassen.
  4. Frisches Brot und Brötchen – Brot in Dosen, Schüttelbrot, Knäckebrot, Pumpernickel usw.
  5. Fisch durch Dosenfisch – achten Sie auf nachhaltige Fischkonserven mit sehr langer Haltbarkeit.
  6. Fleisch und Wurst durch Wurst- und Fleisch-Dosen und -Gläser – häufig als Fertiggericht; ein großer Teil davon kann durch Trocken-Soja-Produkte und Hülsenfrüchte ersetzt werden.
  7. Käse gibt es in der Dose sowie sehr lange haltbare Hartkäse, die bei kühler Lagerung monatelang haltbar sind. In Öl eingelegter Käse hält sich sogar ungekühlt lange Zeit.
  8. Kräuter, Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch usw. durch getrocknete Gewürze und Kräuter – immer mal wieder in Gebrauch nehmen und austauschen, da sie das Aroma verlieren.
notvorrat-anlegen-trockene-lebensmittel

Nudeln, Reis, Kartoffelprodukte, Hülsenfrüchte usw. sind gut lagerbar und perfekt für den Notfallvorrat.

Viele Grundnahrungsmittel sollten Sie einfach in entsprechender Menge immer im Haus haben. Also ergänzen Sie folgende Nahrungsmittel, wenn Sie Ihren Notproviant anlegen:

  • Nudeln, Reis, verschiedene Getreide (Haferflocken, Hirse, Buchweizen usw.)
  • Mehl, verschiedene Sorten haben eine verschieden lange Haltbarkeit
  • Hülsenfrüchte getrocknet oder in Dosen
  • Kartoffeln und/oder Kartoffel-Instant-Produkte
  • Instantbrühe
  • haltbare Milch und Milchprodukte
  • Zucker, Salz
  • Essig, Öl
  • Tomatenmark, Senf
  • Gewürze

Tipp: Am besten ist es, wenn Sie sich eine Checkliste mit den so ermittelten Notvorräten anlegen, die Sie immer wieder benutzen können, um verbrauchte Vorräte wieder entsprechend aufzustocken.

5. Welche Lebensmittel halten wie lange?

notvorrat-anlegen-oel-essig

Die meisten Öle sind lange haltbar und können auch in größeren Mengen bevorratet werden.

Bei Ihrer Planung sollten Sie die Haltbarkeit von Lebensmitteln berücksichtigen – einige sind bis zu 10 Jahren haltbar. Verbrauchen Sie die Vorräte rechtzeitig und ersetzen Sie sie durch neue. Sinnvoll ist es, wenn Sie sich eine Notiz zur Haltbarkeit auf Ihrer Checkliste machen und diese im Auge behalten. Hier einen kurzen Überblick über die übliche Haltbarkeit von Lebensmitteln:

  • Mineralwasser hält sich auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) fast unbegrenzt – ist tatsächlich auch 10 Jahre haltbar.
  • Vollkonserven halten viele Jahre lang (auch Brot und Kuchen kann in Einmachgläsern gebacken und konserviert werden).
  • Säfte sind in der Regel 8 Monate bis zu 1 Jahr über ihr MHD hinaus haltbar.
  • Käse in der Dose ca. 10 – 12 Monate; Hartkäse kühl gelagert einige Wochen/Monate
  • Weißmehl hält sich bis zu einem Jahr, Vollkornmehl 2-3 Monate.
  • Knäckebrot, Vollkornbrot und Zwieback sind offiziell oft etwa 10 Monate bis 1 Jahr haltbar, tatsächlich aber meist deutlich länger.
  • Essig, Zucker und Salz sind quasi unbegrenzt haltbar.
  • Öl hält etwa 2 Jahre lang.

6. Wie wird der Notvorrat am besten gelagert?

notvorrat-anlegen-brot

Lange haltbare Brotsorten müssen dennoch immer wieder in den normalen Verbrauch genommen und ersetzt werden – eine Ausnahme bildet Brot in Dosen.

Nüsse und Saaten als Superfood für Notfälle

Gerade in Ausnahmesituationen können Nüsse und Saaten hervorragend als gesunder Snack oder zur Aufwertung einfacher Mahlzeiten genutzt werden. Davon sollten Sie immer einige Sorten im Haus haben.

Generell gilt für die Lagerung von Nahrungsmitteln die Devise »dunkel und kühl«. Doch die dafür traditionell üblichen Keller- und Vorratsräume fehlen heute häufig und die Kosten für Wohnraum sind hoch. Folgende Tipps zur Lagerung helfen Ihnen vielleicht, wenn Sie Ihren Notvorrat anlegen möchten und zu wenig Platz haben:

  1. Getränkekisten und Wasserkanister finden unter einer Bank auf dem Balkon, in einer Truhe im Flur, hinterm Sofa oder unterm Bett einen Platz.
  2. Ihre Konversen aller Art können Sie in Boxen oder stabilen Kartons unter der hängenden Kleidung im Kleiderschrank unterbringen.
  3. Füllen Sie Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Trockenobst und -gemüse in Schraubgläser oder luftdicht schließende Dosen, die finden gestapelt hinter den Pullovern oder den Büchern im Schrank Platz.
  4. Bauen Sie Vorratsfässer mit einem Polster und Bezug zu Hockern um, die mit Vorräten befüllt werden.
  5. Stellen Sie ein Regal hinter ein Bücherregal auf Rollen.
  6. Bauen Sie ein Podest mit Schubladen unter Sofa und Wohnzimmertisch oder unter das Bett als zweite Ebene.
  7. Ziehen Sie in einem hohen Flur einen sogenannten Zwischenboden ein, auf dem können die Vorräte oder leichtere Dinge Platz finden, die den Vorräten Platz machen.

Wenn Sie Ihren Notvorrat anlegen und ihn in einem Vorratsregal übersichtlich lagern können, dann sollten Sie die ältesten Konserven und Vorräte immer nach vorne stellen und zeitnah verbrauchen. Neu nachgekaufte Dinge werden hinten einsortiert. Wenn Sie Ihre Notvorräte verteilt und in Boxen unterbringen müssen, sollten Sie eine Checkliste mit Daten in die Innenseite einer ihrer Küchenschränke hängen und so immer vor Augen haben.

7. Welche weitere Fragen (FAQ) rund um das Thema »Notvorrat anlegen« gibt es?

notvorrat-anlegen-utensilien

Vor allem die Taschenlampe sollte immer leicht zu finden sein, um alles Weitere ebenfalls finden zu können.

7.1. Ist der Keller der beste Ort für Notvorräte?

Nur, wenn Ihr Keller sicher trocken und nicht durch Starkregen oder Hochwasser gefährdet ist, kann er als sicherer Ort für Ihre Notvorräte gelten.

» Mehr Informationen

7.2. Wo lagere ich die Kerzen, Powerbank, Feuerzeug usw.?

Bringen Sie die Notfallausrüstung so unter, dass Sie sie auch im Dunkeln finden. Wenigstens eine Taschenlampe sollte in ihren meistgenutzten Wohnräumen vorhanden sein.

notvorrat-anlegen-hygieneprodukte

Auch in Notzeiten bleibt das Bedürfnis nach einem Mindestmaß an Hygiene. Berücksichtigen Sie das beim Anlegen Ihres Notfallvorrats.

» Mehr Informationen

7.3. Wo bringe ich Hygieneprodukte unter?

Besonders Toilettenpapier und Windeln bringen viel Volumen mit und sind als Vorrat oft schwer unterzubringen. Im Zweifel kann beispielsweise eine Schrankkommode mit Reißverschluss unter einem Bett oder großen Sofa gute Dienste leisten.

» Mehr Informationen

7.4. Wie bekomme ich einen Vorrat meiner Medikamente?

Sprechen Sie Ihren Arzt an und erklären Sie ihm Ihre Absicht. Über die Lagerung informiert Sie im Zweifel Ihre Apotheke.

notvorrat-anlegen-medikamente-verband

Medikamente und Verbandsmaterial sollte für den Notfall immer im Haus sein – auch für einen Zeitraum von etwa 14 Tagen.

» Mehr Informationen

7.5. Was kann im Notfall gegen Kälte helfen?

Falls Sie keine richtig warme Winterkleidung haben, weil Sie in der Regel keine benötigen, sollten Sie über einen guten Schlafsack oder einen Thermoanzug, wie er in Kühlhäusern als Arbeitskleidung getragen wird, nachdenken. Bei einem Stromausfall im Winter kann auch eine gut isolierte Wohnung in kurzer Zeit empfindlich kalt werden.

» Mehr Informationen

Bildnachweise: VGL/Christiane Baldwin, VGL/Chrisitane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin, VGL/Christiane Baldwin (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)