Nagellack im Test: Luxus-Lacke in Ramsch-Qualität

Teuer gleich hochwertig? Nicht, wenn es um Nagellack geht! Die Vergleich.org-Redaktion hat zehn Nagellacke getestet und stellt fest: Die teuersten Produkte aus der Parfümerie verlieren haushoch gegen günstige Drogerie-Lacke. Hier die Ergebnisse im Detail:

  • Bei teuren Luxus-Lacken bezahlen Sie bis zu 150 Euro nur für die Marke. Der Chanel-Lack “Le Vernis” für stolze 33 Euro schnitt mit 3,0 insgesamt am schlechtesten ab. Die Produkte von Dior und Tom Ford sind kaum besser.
  • Testsieger ist der Lack der Drogerie-Marke Essie. Insgesamt schnitten mittelpreisige, auf Nagellack spezialisierte Marken wie OPI, Sally Hansen oder Butter London im Test am besten ab.
  • Der günstigste Nagellack Manhattan Last & Shine schaffte den zweiten Platz und überzeugte mit höchster Deckkraft und toller Optik für weniger als 2,50 Euro.
  • Sehr gut ist keiner der Lacke, denn alle Produkte enthalten gefährliche Stoffe. Vor allem Nitrosamin und Weichmacher sind fast bei jedem Produkt enthalten. Allein das Naturkosmetik-Produkt Logona Natural Nail kommt ohne diese Stoffe aus.

Berlin – Der perfekte Nagellack macht für viele Frauen das Outfit erst komplett. Dabei achten fast ein Drittel der Nutzerinnen bei der Auswahl des Lacks vor allem auf die Marke, wie aus dieser Umfrage von Statista und QVC hervorgeht.

Dass Kundinnen dabei nicht von einem hohen Preis auf eine hohe Qualität schließen sollten, zeigt der Nagellack-Test des Verbraucherportals Vergleich.org: Hier schnitten die teuren Nagellacke der bekannten Luxus-Marken Dior, Chanel und Tom Ford wesentlich schlechter ab als Drogerie-Lacke.

“Insgesamt konnten die auf Nagellack spezialisierten Marken am meisten überzeugen. Diese Hersteller haben einfach den Dreh raus und wissen, was einen guten Lack ausmacht”, so Constanze Behrendt, die Leiterin des Nagellack-Tests.

“Ein problemloser und flüssiger Auftrag, möglichst lange Haltbarkeit und ein strahlendes Farbergebnis wünschen wir uns vom perfekten Nagellack”, erklärt die Expertin.

Nagellack-Testsieger stammt von Spezialisten aus der Mittelklasse

Der Essie-Lack sichert sich den Thron mit einer extrem hohen Pigmentierung und einem sehr ebenmäßigen Auftrag. Der Preis liegt mit knapp acht Euro im unteren Mittelfeld und stellt mit seiner sehr guten Leistung die teure Konkurrenz somit erst Recht in den Schatten.

Der Preis-Leistungs-Sieger der beliebten Drogerie-Marke Manhattan bietet für unter drei Euro eine fast genauso gute Leistung. Die Testleiterin stellt fest: “Für preisbewusste Kundinnen ist der Manhattan-Lack absolut zu empfehlen. Die Qualität des Manhattan-Lacks kommt der des Testsiegers Essie sehr nah.”

“Besonders hat uns beim Manhattan-Produkt die angenehme Haptik des Griffs überzeugt, der Auftrag ist absolut flüssig und die Deckkraft lässt keine Wünsche offen”, so Expertin Behrendt. Einziger Nachteil: Der Lack splittert relativ schnell ab.

“Die Haltbarkeit der Lacke wurde mit einem Härtetest ermittelt: Wir gruben mit den lackierten Fingernägeln je eine Minute in einer Schale voll Kies”, erläutert Testleiterin Behrendt.

Auch die Produkte der spezialisierten Marken “OPI” und “Butter London” konnten überzeugen. Fashionistas sind mit der Kultmarke OPI gut beraten, denn hier haben sie die Auswahl aus mehr als 300 Farbnuancen, ohne dass die Haltbarkeit darunter leidet.

Luxus-Lacke enttäuschen auf ganzer Linie

Das überraschendste Ergebnis im Vergleich.org-Nagellack-Test: Bei Lacken von Luxusmarken zahlt man nur für den Markennamen. “Die Produkte der bekannten Luxusmarken Chanel, Dior und Tom Ford konnten uns nicht überzeugen”, berichtet Expertin Constanze Behrendt. So gab es bei diesen Lacken streifige Auftragsergebnisse und die Farbe war nicht ausreichend deckend.

Ein möglicher Grund: “Das Kerngeschäft dieser Marken ist die textile Mode. Diese Unternehmen scheinen nicht die nötige Expertise im chemischen und kosmetischen Bereich zu haben, um einen wirklich guten Nagellack herzustellen”, erklärt Behrendt das Ergebnis. “Folglich zahlt man nur für den Namen.”

Naturkosmetik-Lack: Keine Schadstoffe, aber auch kaum Halt

Ein Problem, das leider fast alle Lacke gemeinsam haben: Wer schöne Nägel will, muss Schadstoffe in Kauf nehmen. “Alle von uns getesteten herkömmlichen Lacke sind massiv mit Schadstoffen belastet. Der Grund: Vor allem eine angemessene Haltbarkeit lässt sich ohne diese leider bisher nicht herstellen”, erklärt Testleiterin Behrendt.

Auf Nummer sicher gehen Sie mit dem Naturkosmetik-Produkt: Der Logona Natural Nail Lack kommt als einziger völlig ohne bedenkliche Inhaltsstoffe aus. Für diese Umwelt- und Hautfreundlichkeit müssen Sie allerdings etwa 15 Euro investieren und eine extrem lange Trocknungszeit von 15 Minuten in Kauf nehmen. Auch die Haltbarkeit des Naturlacks überzeugt nicht: Der Lack löst sich bereits bei einfachen Händewaschen mit Wasser vom Nagel.

Einen guten Kompromiss aus Haltbarkeit und Verzicht auf bedenkliche Inhaltsstoffe finden Sie bei “Butter London”: Diese Lacke verzichten zumindest auf Weichmacher und Mineralöl. Zudem sind sie tierversuchsfrei.

Hintergrund

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Désirée Rossa
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