Das Wichtigste in Kürze
  • Seit die Deutsche Post nicht mehr das Briefmonopol hat, ist ein Nachsendeauftrag allein bei der Post nicht mehr ausreichend.
  • Services, die sich etabliert haben, um das Vakuum zu ersetzen, liefern keine zufriedenstellenden Ergebnisse.
  • Am wirksamsten und kostengünstigsten ist eine Mischung aus Nachsendeanträgen bei der Post, PIN und Eigeninitiative.

Nachsendeauftrag vergleich

Der Deutsche Post Nachsendeservice ist allen bekannt: An die 4 Millionen Umzugsadressen mit Nachsendeaufträgen werden der Post jährlich nur von Privatpersonen mitgeteilt.

  • Seit 1993 gilt der Nachsendeauftrag nur noch zeitlich begrenzt,
  • ab 2003 war die Nachsendung mit Kosten verbunden und
  • von 2009 an, gibt es nun 600 registrierte Postzusteller.

PIN ist der größte Brieflieferant neben der Post. Viele Gerichte und Behörden nutzen PIN, das kann nicht ignoriert werden. Manchmal sind regional noch andere Dienste sehr aktiv, z. B. Citypost, PostModern, MAZMail. Der Post Umzug ist nicht mehr einfach.

Theoretisch müsste bei jedem Brief- und Paketzusteller der Heimatstadt ein Nachsendeantrag gestellt werden. Deswegen haben sich Unternehmen gegründet, die diesen Service übernehmen wollen.

Das System funktioniert jedoch nicht wirklich. Einige werben damit, dass sie alle Postdienste informieren würden und ein bestimmtes Profil für den Kunden erstellen, auch für eine spezielle Region in der bestimmte Postservices aktiver sind.

1. Nachsendeauftrag: Wer sind die bekanntesten Anbieter?

Der wichtigste Service in unserem Vergleich ist immer noch der der Deutschen Post. Großer Vorteil: Der Nachsendeauftrag der Deutschen Post kann online und in jeder Filiale gestellt werden.Beachten Sie jedoch, dass er mindestens fünf (5) Werktage Vorlauf braucht.

Online gibt es von der Post ein eigenes Portal unter Nachsendeauftrag.de. Automatisierte Briefzentren funktionieren computergetrieben nahezu ohne Ausfälle.

Die Post kommt zeitnah und sie kann auch mit Nachsendeantrags-Stornierung, Nachsendung im Urlaub und weiteren Nachsendeadressen nach der ersten Nachsendeadresse umgehen, wenn Sie oft die Wohnung wechseln.

Der Nachsendeservice bei PIN war lange Zeit sogar umsonst, nur bei bestimmten Lieferadressen und Services wurde eine Gebühr verlangt. Der Auftrag wird online ausgefüllt und abgegeben. Das wäre dann unser bester Nachsendeauftrag, nur das Briefvolumen ist zu marginal gegenüber der Post.

Nachsendeauftrag vergleich

Das Nachsenden von Paketen ist allgemein eine Katastrophe. Weite Umsicht spart Geld und Nerven.

Für nachgesendete Pakete werden bei DHL pro nachgesendetem Paket Gebühren fällig. Das ist happig. Auch werden nur Pakete der DHL erfasst. Zu Paketen hat die DHL aber kein weitgehendes Monopol, wie die Post es immer noch zu den Briefen hat. Also erhält man nur einen Bruchteil der Pakete und der kostet auch noch ordentlich.

Hermes, UPS und TNT zum Beispiel bieten zumindest etwas Ähnliches wie einen Nachsendeauftrag an, die meisten wollen aber eigentlich, dass man über das Sendetracking eingreift.

2. Warum sollte man Pakete lieber sich selbst nachsenden?

Zunächst müsste bei jedem Paketdienst ein Nachsendeantrag gestellt werden und sodann – hoffen, denn Paketauslieferer, mit denen wir sprachen, sagten, das funktioniere von Paketdienst zu Paketdienst auch nicht sehr gut.

Natürlich wäre es gut, wenn man darauf Einfluss hat, wann und wie viele Pakete Sie bekommen und könnte das einfach für eine Weile, rund um den Umzug, einfach aussetzen lassen. Das geht sicher bei Amazon- und Zalando-Paketen.

Gewisse Berufe machen es aber schwierig: Warenmuster kommen, wann immer es gerade den Lieferanten einfällt, ebenso Lieferungen für Journalisten und Köche. Geschäftskunden haben eh ganz andere Bedürfnisse.

Tatsächlich ist hier eine praktische Lösung gefragt, ermitteln Sie jemanden, der für Sie die Pakete annimmt und den Sie anrufen können, um nachzufragen, ob etwas angekommen ist.

Stellen Sie gut sichtbar ein Schild auf, bei wem Pakete für Sie abzugeben sind. Im Zweifel ist das besser und billiger, als bei allen Paketzulieferern Nachsendeanträge zu stellen, die Hälfte doch nicht zu bekommen und weiter den Paketen hinterher zu laufen.

Es ist selbst dann empfehlenswert, wenn Sie überall Nachsendeanträge gestellt haben. Vieles kommt nämlich immer noch zu ihrer alten Adresse.

3. Lohnt ein Service der Nachsendeanträge an alle Postzusteller schickt?

Nachsendeauftrag vergleich

Nein. Laut zahlreicher Online-Tests verbergen sich dahinter meist keine seriösen Unternehmen, sondern Firmen, die ebenfalls nur einen Nachsendeantrag bei der Post stellen, dafür aber 50 Euro mehr nehmen, so ermittelte es die Zeitung „Die Welt“.

Tipp: Einige der Anbieter geben sich auch noch den Anschein, sie wären die Deutsche Post oder TNT mit ähnlich anmutenden Webseiten. Die Gebühr ist hier leicht 70 Euro und ob wirklich alle Post- und Paketdienste verständigt werden bleibt unklar, denn bei vielen Online-Tests früher war das Ergebnis, dass diese Services letztlich nur bei der Deutschen Post den normalen Nachsendeantrag stellten, dafür aber 50 Euro Aufschlag nahmen!

Grundsätzlich ist der Service aber auf dem richtigen Weg, da es hier ein unbespieltes Feld gibt, das auf einen Service wartet.

4. Was tun, wenn ich umziehe?

Zunächst den Nachsendeauftrag bei der Post stellen. Je nachdem, ob Sie Behörden- oder Gerichtspost erwarten auch bei der PIN.

Proaktiv selber tätig werden erleichtert vieles. Nur noch wenige schicken einem Briefe und die kann man mit einem Standard-Schreiben darauf hinweisen, dass man umzieht. Regelmäßig sind das die Versorger: Gas, Strom, Telekommunikation und förmliche Parteien wie Vermieter (für Abrechnungen) und Krankenkassen, Rentenkassen, Banken und Hersteller von Ihrem Fahrzeug. Ausreichen sollte ein Nachsendeantrag auf sechs Monate.

Nur Unternehmen, die viel Briefe verschicken und erhalten, sollten auf ein Jahr gehen.

5. Gibt es einen Nachsendeauftrag-Test bei der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat sich nur kurz im Jahr 2001 und 2015 mit der Nachsendung beschäftigt. Auch sie ist der Meinung, dass das Auffrischen der Postadressen für Werbetreibende nicht jedermanns Geschmack ist und man den entsprechenden Passus streichen kann (s. o. ) und lobt das Umzugsportal der Post, welches neben dem Nachsendeauftrag auch noch eine Erstellung der „ich bin umgezogen“ Standardbriefe erlaubt.

Bildnachweise: shutterstock.com/tele52, shutterstock.com/Africa Studio, shutterstock.com/Dragon Images (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)