Bessere Zähne durch Mundhygiene-Apps?

Das Marktforschungsinstitut Nielsen hat das Verhalten der deutschen Verbraucher beim Thema Mundhygiene anhand der Absatzzahlen untersucht. Das Ergebnis: Einfach so per Hand putzen immer weniger Leute ihre Zähne. Doch selbst die elektrische Zahnbürste ist dabei zu veralten, denn der neueste Trend heißt jetzt: Mundhygiene mit Hilfe einer App. Was genau dahinter steckt, erfahren Sie hier.

Die simple Handzahnbürste scheint auszusterben.

Kaum jemand putzt noch per Hand

Jedenfalls ist der Umsatz mit elektrischen Zahnbürsten im vergangenen Jahr wieder einmal gestiegen, und zwar um 15,7%. Da kann sonst nur die Mundhygiene, also Mundspülungen & Co mithalten. Das haben mittlerweile auch die Discounter erkannt und sind in das Geschäft mit elektrischen Zahnbürsten eingestiegen. Wenn das passiert, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass ein Produkt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Zahnbürsten werden immer öfter online gekauft

Haben Sie auch so viel Spaß beim Zähneputzen?

Gerade elektrische Zahnbürsten sind davon betroffen: Bereits jeder dritte Deutsche hat bereits einmal eine elektrische Zahnbürste online gekauft. Gut 26% bestellten auch Wechselköpfe im Internet. Damit sind diese Produktkategorien absolute Spitzenreiter im Bereich Mundhygiene. Der größte Umsatz findet in diesem Bereich nämlich immer noch offline im Handel statt.

“Meine App putzt mir die Zähne!”

Ganz so einfach ist es leider nicht. Doch tatsächlich setzen gerade die großen Hersteller aktuell auf die Kopplung von Smartphone und elektrischer Zahnbürste. Das Versprechen lautet, dass die App den Einsatz der Zahnbürste präziser steuert und so zu einer bessere Mundhygiene beitragen kann. Zentrale Features sind zum Beispiel eine Andruck-Kontrolle, eine Positionserkennung und ein Timer. Ob diese Neuerungen von den Nutzern auf breiter Ebene angenommen werden, ist aber noch unklar. Die Hersteller machen jedenfalls ernst: Breite Kampagnen zur Vermarktung sind bereits in Planung.

Die Hybride: Handzahnbürste mit Vibrationsmodus

Vollelektrische Zahnbürsten scheinen jedoch noch nicht alle Verbraucher zu überzeugen. Ein anderes wachsendes Segment sind deshalb die Hybrid-Zahnbürsten, bei denen lediglich der Kopf vibriert. Die eigentliche Schrubbarbeit erledigt der Putzende selbst. Ob es sich hier um ein Übergangsmodell handelt, oder ob sich solche Zahnbürsten dauerhaft etablieren werden, ist unklar.

Die Zahn-Zwischenräume treiben den Umsatz an

Interdentalbürsten sind beliebter als Zahnseide.

Der Umsatz mit Mundhygieneprodukten ist 2018 um fast 10% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Eine treibende Kraft dahinter sind auch Interdentalbürsten, die um fast 15% zulegten. Damit steigen sie in der Verbrauchergunst deutlich mehr an, als Zahnseide. Die legte gerade mal um 6,9% zu. Ob der Boom der Branche der allgemeinen Konjunktur, einer sich ändernden Ernährung oder den Empfehlungen der Zahnärzte geschuldet ist, bleibt allerdings eine offene Frage. Wahrscheinlich haben alle drei Faktoren ihren Teil dazu beigetragen - denn die Zahl der Zähne ist in derselben Zeit nicht bedeutend angestiegen.

Quelle: nielsen

Autor: jl
Veröffentlicht: 20.06.2019, 21:29 Uhr

Zum Autor: Johannes Siegl hat Soziologie studiert und dann im Online Marketing Fuß gefasst. Aktuell ist er als Online Marketing Manager und freier Autor in Hamburg beschäftigt.

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