Krankenkassen müssen nicht für Nikotinpflaster aufkommen

Schlechte Nachrichten für alle, die mit dem Rauchen aufhören möchten: Die Kosten für Medikamente zur Raucherentwöhnung, wie Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis, müssen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Zu diesem Urteil ist das Bundessozialgericht am 28.05.2019 in einem Revisionsverfahren gekommen (Aktenzeichen B 1 KR 25/18 R).

gerichtsbeschluss zur raucherentwöhnung

Geklagt hatte eine langjährige Raucherin, die unter anderem an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, Bronchialasthma und arteriellem Bluthochdruck leidet. Doch wie schon das Sozialgericht Schleswig und das Landessozialgericht Schleswig-Holstein sah auch das Bundessozialgericht keinen Anlass, dem Antrag auf Erstattung der Kosten für das Medikament „Nicotinell“ sowie eine Verhaltenstherapie zur Raucherentwöhnung stattzugeben.

Nikotinhaltige Medikamente zur Raucherentwöhnung dienen nach Auffassung des Gesetzgebers vorrangig der Erhöhung der Lebensqualität und sind daher nach § 34 SGB V Abs. 1 von der Kostenerstattung durch die Krankenkassen ausgenommen:

Von der Versorgung sind außerdem Arzneimittel ausgeschlossen, bei deren Anwendung eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht. Ausgeschlossen sind insbesondere Arzneimittel, die überwiegend zur Behandlung der erektilen Dysfunktion, der Anreizung sowie Steigerung der sexuellen Potenz, zur Raucherentwöhnung, zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits, zur Regulierung des Körpergewichts oder zur Verbesserung des Haarwuchses dienen.

§ 34 SGB V Abs. 1

Diese rechtliche Norm ist laut der Richter am Bundessozialgericht verfassungskonform, da das Behandlungsziel der Raucherentwöhnung auch durch nicht-medikamentöse Verfahren erreicht werden kann.

Wenn auch Sie mit dem Rauchen aufhören möchten, probieren Sie es doch einmal mit diesen Tipps:

  • weg mit den zigaretten: raucherentwoehnung

    Wer mit dem Rauchen aufhört, tut etwas gutes für seine Gesundheit und spart gleichzeitig eine Menge Geld.

    Schreiben Sie Ihre Motivation auf einen Zettel und hängen Sie diesen an einer Stelle auf, an der Sie ihn regelmäßig sehen. Als Nichtraucher haben Sie beispielsweise weniger Mundgeruch, keine stinkenden Klamotten mehr und eine deutlich gesteigerte Lebenserwartung.

  • Schaffen Sie sich neue Rituale und ersetzen Sie die Raucherpausen durch etwas gesundes. Sie könnten beispielsweise stattdessen einen Apfel essen, ein paar einfache Sport-Übungen machen oder einfach nur fünf Minuten vollkommen abschalten.
  • Vermeiden Sie Stress. Besonders in Stress-Situationen ist das Risiko hoch, wieder zur Zigarette zu greifen. Daher sind ruhige Lebensphasen besser geeignet, um sich endgültig von diesem Laster zu trennen.
  • Gönnen Sie sich etwas besonderes. Denn Zigaretten kosten nicht zuletzt auch eine Menge Geld. Wer am Tag eine Packung Zigaretten raucht, gibt dafür im Monat ca. 180 € aus, in einem ganzen Jahr sind es sogar 2.160 €. So können Sie sich schnell ein neues Kleidungsstück oder gar eine schöne Urlaubsreise leisten.

Quelle: Bundessozialgericht

Autor: vw
Veröffentlicht: 03.06.2019, 8:45 Uhr

Zum Autor: Nach einer akademischen Karriere in den Altertumswissenschaften hat sich Viktor Woronin mit dem Online-Bereich der Zukunft verschrieben und informiert als Redakteur von vergleich.org über wichtige Verbraucherthemen.

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