Das Wichtigste in Kürze
  • Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt zinsgünstige und staatlich geförderte Darlehen an Privatpersonen und Geschäftsleute.
  • Bei Neubauten greift Ihnen die KfW zusätzlich mit Zuschüssen unter die Arme, die Sie nicht zurückzahlen müssen.
  • Die KfW-Förderprogramme für den Hausbau sind flexibel mit anderen Fördermitteln kombinierbar.

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Die eigene Immobilie, die zudem fit für die Zukunft ist. Das wünschen sich viele. Allerdings sind die Kosten, die mit einem Neubau verbunden sind, extrem hoch. Gerade dann, wenn moderne Standards in Sachen Energieeffizienz erreicht werden sollen.

Unter bestimmten Voraussetzungen hilft hier die KfW Bank. Die staatliche Behörde subventioniert solche Vorhaben mit preiswerten Baukrediten und bezuschusst Eigentümer, die besonders viel hinsichtlich Energieoptimierung an ihrem Haus oder ihrer Wohnung verbessern.

In unserem KfW Neubau-Förderung Vergleich 2020 geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick zu den Programmen der KfW und verraten Ihnen, auf welche KfW-Finanzierung Sie Anspruch haben und welche Bedingungen Sie dafür erfüllen müssen.

1. Wie funktioniert die KfW?

Die KfW ist ein staatlich geregeltes Kreditinstitut, das Kredite und Förderungen vergibt, die zuvor von der Bundesregierung beschlossen und bewilligt wurden. Sie ist die größte nationale Förderbank weltweit.

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Die KfW unterstützt Sie beim Austausch Ihrer alten Fenster, Heizungen, Wärmedämmung oder Lüftungsanlagen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle entscheidet über die Höhe der Förderungen und die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um förderberechtigt zu sein.

Die KfW-Mittel sind streng reglementiert. Nur wer die Konditionen bei einem KfW-Darlehen genau erfüllt, kann mit einer Zusage für sein Bauprojekt rechnen. Außerdem sind die KfW-Fördermittel begrenzt. Das bedeutet, dass nur so viel ausgezahlt werden kann, wie zuvor hierfür vorgesehen und bereitgestellt worden ist.

Sind die Mittel also in einem Jahr bereits aufgebraucht, können Sie entweder darauf warten, dass im nächsten Jahr die Fördertöpfe wieder gefüllt sind oder Sie müssen zwischenzeitlich auf den KfW-Kredit verzichten.

2. Welche KfW-Förderprogramme zum Bauen gibt es auf einen Blick?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Sie beim Neubau einer eigenen Immobilie. Dabei vergibt sie verschiedene Kredite und Zuschüsse, die sowohl für den Hausbau als auch für eine energieeffiziente Sanierung genutzt werden können. Diese KfW-Fördermittel können Sie für Ihren Hausbau beantragen:

3. Wer kommt für die Fördermittel in Frage?

Die Förderprogramme der KfW sind grundsätzlich für jeden gedacht, der Investitionen in den Bau oder die Sanierung eines selbst bewohnten oder vermieteten Wohngebäudes oder einer Eigentumswohnung steckt.

Private Interessenten beantragen ihren KfW-Kredit bei einem sogenannten KfW-Vertriebspartner. Das sind Sparkassen und Banken, regelmäßig die eigene Hausbank. Öffentlich-rechtliche Antragsteller hingegen treten direkt mit der KfW Bank in Kontakt.

Interview mit Jürgen Daamen von der KfW Bankengruppe:

4. Wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Fördermittel für den Hausbau?

Nicht nur die KfW bietet Bauherren Zuschüsse für Ihre Vorhaben an. Auch das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie einige Bundesländer, Städte oder Gemeinden helfen bei der Finanzierung Ihrer Immobilie mit.

Der folgende Überblick zeigt Ihnen die unterschiedlichen Quellen einer Bauförderung und die jeweils geförderten Maßnahmen:

KfW Bundesamt für Ausführkontrolle Länder und Städte
  • Einbruchschutz
  • altersgerechter Umbau
  • Modernisierung bestehender Immobilien
  • Baubegleitung durch Sachverständigen
  • energieeffizientes Bauen und Sanieren
  • Energieberatung vor Ort
    (das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle setzt voraus, dass Sie einen Energieberater zu Ihrem Vorhaben hinzuziehen. Dieser kann Ihnen bei der Zusammenstellung der möglichen Förderungen behilflich sein)
  • Marktanreizprogramme zur Förderung erneuerbarer Energien
    (das Programm fördert den Einbau von Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen oder neuen und effizienten Wämepumpen)
  • Einbruchschutz
  • altersgerechter Umbau
  • Modernisierung bestehender Immobilien
  • Schaffung neuen Wohnraums
  • energieeffizientes Bauen
Hier kommt es häufig zu Überschneidungen, sodass es sinnvoll sein kann, einen Finanzierungsexperten der KfW bzw. BAFA oder einer Verbraucherzentrale zu Rate zu ziehen. Dieser kann Ihnen die bestehenden Förderungen nennen und die besten Programme für Sie zusammenstellen.

4.1. KfW Förderprogramm 153 – Energieeffizient Bauen (Kredit)

Sie bekommen die KfW Förderung 153, wenn Sie erstmals ein sogenanntes KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus kaufen bzw. bauen. Dieser KfW-Förderkredit ist ab einem jährlichen Effektivzins von 0,75 % zu bekommen und hat eine bis zu 20-jährige Zinsbindung.

Das KfW-Effizienzhaus

Die KfW unterteilt den Energieverbrauch von Neubauten in verschiedene Kategorien, die sogenannten KfW-Effizienzhaus-Standards 40 Plus, 40 und 55. Beim Bau bzw. Kauf eines solchen energieeffizienten Hauses unterstützt Sie die KfW nicht nur mit besonders günstigen Krediten, sondern vergibt zusätzlich hohe Zuschüsse.

Je niedriger die Zahl ist, desto höher ist der Zuschuss, den Sie bekommen. So haben Sie bei einem KfW-Effizienzhaus 55 Anspruch auf 5.000 Euro Tilgungszuschuss, während Sie bei einem Haus mit 40 Plus-Standard bereits 15.000 Euro erhalten.

Der maximale Darlehensbetrag bei diesem Programm liegt bei 100.000 Euro pro Wohneinheit. Außerdem können Sie bis zu 15.000 Euro Tilgungszuschuss bekommen. Dieser Betrag wird dann von der ursprünglichen Kreditschuld abgezogen. Bei einem Neubau können Sie mit dem KfW-Kredit 153 die folgenden Maßnahmen bezahlen:

  • den eigentlichen Bau,
  • die Baunebenkosten (ohne Grundstückskosten),
  • die Kosten für die Baubegleitung,
  • die Bauplanung und
  • etwaige Beratungen

Planen Sie dagegen den Kauf einer Immobilie, können Sie das KfW-Darlehen nur für den eigentlichen Kaufpreis des Hauses nutzen, nicht für die Grundstückskosten. Außerdem kann mit dem KfW Förderprogramm 153 die Umwidmung eines unbeheizten Nicht-Wohngebäudes in ein Wohngebäude finanziert werden.

Beispiel: Um den KfW-Effizienzhaus-Standard 55 zu erreichen, muss Ihr Haus folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Holzpellet- bzw. Biomasseheizung oder Wärmepumpe
  • Solaranlage zur Trinkwassererwärmung
  • Außenwanddämmung und Dachdämmung sowie
  • neue Fenster mit Dreifachverglasung und Spezialrahmen

Nicht förderbar sind: Nachfinanzierungen von bereits angefangenen oder abgeschlossenen Bauvorhaben, Umschuldungen bestehender Kredite und die Nutzung der Förderung für Ferienhäuser oder -wohnungen.

Das KfW Förderprogramm 153 ist mit dem Förderzuschuss 431 für Baubegleitung kombinierbar.

4.2. KfW Förderprogramm 124 – Wohneigentumsprogramm

Das Förderprogramm 124 ist der Klassiker unter den KfW Förderungen. Die meisten Häuslebauer bzw. Käufer nehmen diese Förderung für sich in Anspruch.

Sie können dabei einen KfW-Kredit mit einem jährlichen Effektivzins von 0,75 % bekommen, sofern Sie damit den Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie finanzieren.

KfW Neubau-Förderung Test

Bei einem KfW-Effizienzhaus kommt es nicht nur auf die richtige Wärmedämmung an. Weitere Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit möglichst wenig vom Darlehen zurückgezahlt werden muss.

Die Kreditsumme liegt bei bis zu 50.000 Euro. Beim Neubau eines Hauses können Sie mit diesem KfW-Darlehen die Baukosten, die Baunebenkosten, etwaige Außenanlagen sowie die Kosten für das Baugrundstück bezahlen, sofern dieses maximal sechs Monate vor Antragstellung erworben wurde.

Beim Erwerb eines fertigen Hauses, dürfen Sie den Kredit für den Kaufpreis, die Instandsetzung bzw. den Umbau oder die Modernisierung sowie für die Nebenkosten des Hauskaufs verwenden.

Sollten Sie eine Immobilie geschenkt oder vererbt bekommen haben, so können Sie das Darlehen auch für die Auszahlung der Miterben, eine KfW Sanierung, entstehende Nebenkosten (Notar, Grundbucheintragung) oder einen Neubau nutzen.

Dagegen ist es nicht gestattet: das Darlehen zur Erweiterung von Wohnraum oder zur Umschuldung oder Nachfinanzierung bereits begonnener oder bestehender Kredite zu verwenden. Außerdem ist es verboten, das Förderdarlehen für Ferienhäuser und -wohnungen sowie vermietete oder gewerblich genutzte Flächen zu verwenden.

Gefördert werden alle Personen, die Wohneigentum kaufen oder bauen und anschließend selbst darin wohnen. Nutzen Sie daher den KfW Rechner, um Ihre individuelle Förderung zu erfahren.

„Das Wohneigentumsprogramm ist auch mit den Programmen „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ kombinierbar“. Dies teilte uns die stellvertretende Pressesprecherin der KfW Bank, Sybille Bauernfeind, mit.

Hausbauer können also die Fördermittel 433 und 431 aus unserem Vergleich gemeinsam mit dem Wohnungseigentumsprogramm 124 beantragen und so doppelt sparen.

Beachten Sie: Das Kombinieren der KfW-Programme 124 und 153 ist dagegen nicht möglich.

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Im KfW Online-Kreditportal steht Ihnen der KfW-Kreditrechner zur Verfügung und verrät Ihnen, welche Finanzierung die Richtige für Sie ist.

4.3. KfW Förderprogramm 431 – Energieeffizient Bauen und Sanieren (Zuschuss Baubegleitung)

Das Förderprogramm 431 Energieeffizient Bauen und Sanieren hilft Ihnen dabei, die entstehenden Kosten für die Baubegleitung durch einen Experten für Energieeffizienz zu tragen. Es werden bis zu 50 % der entstehenden Kosten übernommen, jedoch maximal 4.000 Euro pro Vorhaben.

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KfW-Effizienzhäuser gibt es in den Kategorien: 40 Plus, 40 und 55.

Dieser Zuschuss ist ausschließlich in Kombination mit einem der folgenden KfW Produkte erhältlich: 124, 151/152, 430 und 153. Weiter kommt es bei dieser Förderung entscheidend darauf an, wann Sie den Antrag zu einem der genannten Kombinationsprodukte gestellt haben.

Wenn Sie den Antrag nach dem 01.04.2016 gestellt haben, werden folgende Leistungen gefördert:

  • Planung und professionelle Baubegleitung während Sanierungsarbeiten oder dem Neubau eines KfW-Effizienzhauses
  • Erstellung von Zertifikaten für nachhaltiges Bauen (KfW-Effizienzhaus Zertifikat)

Achtung: Bei Antragstellung bis 31.03.2016 fördert die KfW nur die Baubegleitung bei Sanierungsmaßnahmen durch einen Experten.

4.4. KfW Förderprogramm 433 – Energieeffizient Bauen und Sanieren (Zuschuss Brennstoffzelle)

Bei Bewilligung dieses KfW-Fördermittels haben Sie Anspruch auf bis zu 28.200 Euro in Form eines Tilgungszuschusses. Voraussetzung hierfür ist der Einbau einer Brennstoffzelle in Ihr neugebautes Haus oder bereits bestehendes Wohngebäude.

Gefördert wird der Einbau sogenannter stationärer Brennstoffzellen in den Leistungsklassen von 0,25 bis 5,0 kW. Sie erhalten den KfW Zuschuss für die Einbaukosten des Brennstoffzellensystems. Bei integrierten Geräten können zusätzlich die Kosten des weiteren Wärmeerzeugers bezuschusst werden.

In den ersten 10 Jahren nach Einbau werden zudem auch die zuvor fest vereinbarten Kosten für den Vollwartungsvertrag gefördert. Auch bei dieser Förderung können Sie die Kosten für die Leistungen eines Experten für Energieeffizienz mit dem Zuschuss bezahlen.

Hier erhalten sie zusätzliche Informationen zu allen KfW-Förderprodukten.

Nicht gefördert werden: Ferienhäuser und -wohnungen, Wochenendhäuser und Boardinghäuser.

5. KfW Neubau-Förderung im Test: Was lässt sich als Fazit sagen?

Hier haben wir noch einmal die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen KfW-Förderprogramme zum Bauen, Kaufen und Sanieren für Sie zusammengestellt:

  • sehr günstige Darlehen (KfW-Zinsen nicht mit Kreditzinsen am freien Markt vergleichbar)
  • Tilgungszuschüsse, die nicht zurückbezahlt werden müssen
  • Unterstützung bei energieeffizientem Sanieren
  • sehr strenge Bedingungen, die an ein KfW-Darlehen oder einen Zuschuss geknüpft sind
  • teilweise sind Fördergelder bereits aufgebraucht – Wartezeit
  • selbst mit KfW-Krediten und Zuschüssen sind energieeffiziente Maßnahmen noch teuer

Finanztest (01/2013) hat herausgefunden, dass Rabatte, die bei vielen Vertriebspartner Banken auf die Förderkredite der KfW gegeben werden, häufig gar keine Kostenersparnis bringen.

Laut dem Online-Magazin von Stiftung Warentest ist der Grund hierfür, dass Partnerbanken die Kredite der KfW immer nur in Kombination mit einer eigenen Baufinanzierung oder einem Kredit vergeben.

Ist also das hauseigene Darlehen des Vertriebspartners ungünstig (hohe Kreditzinsen), so verschwindet auch der angepriesene Rabatt auf den KfW-Kredit häufig gänzlich. Achten Sie daher bei der Auswahl Ihres KfW-Vertriebspartners darauf.

6. Testsieger

Insgesamt sind sämtliche Förderprogramme in unserem KfW-Neubau-Förderung-Test sinnvoll und stellen eine gute Ergänzung zu einer normalen Baufinanzierung bei der Hausbank dar. Die Darlehen der KfW sind jeweils niedriger verzinst als bei vergleichbaren Angeboten von nicht-staatlichen Banken.

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Die eigenen Solarkollektoren bringen Sie einen Schritt weiter Richtung KfW-Effizienzhaus.

In unserem KfW-Fördermittel Vergleich haben wir das KfW-Programm 153 zur besten KfW Neubau-Förderung gewählt. Bei Bewilligung Ihres Antrags können Sie eine Kreditsumme von bis zu 100.000 Euro und einem effektiven Jahreszins ab 0,75 % erhalten.

Die Laufzeit dieses KfW-Kredits beträgt bis zu 30 Jahre und beinhaltet eine bis zu 20-jährige Zinsbindung. Das heißt, Ihre Darlehenszinsen bleiben innerhalb dieses Zeitraums unverändert niedrig.

Darüber hinaus ist das Darlehen flexibel mit weiteren Zuschüssen für energieeffizientes Sanieren und Bauen kombinierbar. Daher handelt es sich hierbei um unseren KfW-Neubau-Förderung-Testsieger.

Preis-Leistungs-Sieger in unserem KfW-Neubau-Förderung-Test ist das Wohnungseigentumsprogramm 124. Es handelt sich dabei um DEN Klassiker unter den Förderprogrammen der KfW.

Diese Förderung erhalten Sie auch, wenn Sie keinerlei Maßnahmen zur Nutzung von erneuerbaren Energien planen. Das Darlehen wird mit einer maximalen Kredithöhe von 50.000 Euro und einem Effektivzins ab 0,75 % vergeben.

Die Laufzeit dieses Darlehens beträgt bis zu 25 Jahre, wobei die Kreditzinsen bis zu 10 Jahre festgeschrieben werden können.

Hier geht es zu unseren weiteren Vergleichen rund um den Hausbau und Ihre Altersvorsorge: