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Leistungsunterschiede machen Zusatzbeiträge zweitrangig

Das Wichtigste in Kürze
  • Wer nicht Selbstständiger, Beamter oder ein gut verdienender Angestellter ist, muss sich gesetzlich versichern.
  • Die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) richten sich alleine nach der finanziellen Situation und setzen sich aus einem verpflichtenden Beitrag und kassenabhängigen Zusatzbeiträgen zusammen.
  • Achten Sie besonders auf die Zusatzleistungen. Denn auch bei wichtigen Behandlungen können Selbstbeteiligungen anfallen.

Wechsel Krankenkasse

Wenn Sie sich blind auf den Sozialstaat verlassen können, der stets um Ihr gesundheitliches Wohlergehen bemüht ist und das unabhängig von Ihrem Geldbeutel, dann brauchen Sie sich nicht weiter mit den Anbietern von Krankenversicherungen beschäftigen.

Dem ist aber nicht (mehr) so, Zuzahlungen oder die vollständige Bezahlung aus der eigenen Tasche können eine große finanzielle Belastung werden.

Unser GKV-Vergleich 2017 zeigt auf, welche Gebühren und Kostenübernahmen Sie bei jedem gesetzlichen Versicherer erwartet und welche nicht.

Unentschlossenen, die zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen dürfen, hilft unser Ratgeber auch auf die Sprünge.

1. Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. […]

SGB V - Gesetzliche Krankenversicherung - §12

Was ist notwendig und wirtschaftlich? Der Gemeinsame Bundesausschuss, der aus Medizinern, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Kassen besteht, gibt in Form von Richtlinien den verpflichtenden Leistungskatalog aller gesetzlichen Krankenversicherungen vor.

Im Folgenden zeigen wir die wesentlichen Bereiche auf, in denen alle Kosten durch gesetzliche Krankenkassen getragen werden, und wo Sie teils happige Beitrage dazuzahlen müssen. Die Beispiele beziehen sich ausschließlich auf Erwachsene.

1.1. Ambulante Behandlungen

Kein Arzt mit einer Kassenzulassung darf Mitglieder der GKV ablehnen. Leistungen aus dem Katalog werden vollständig übernommen. Die Mediziner erhalten dabei ihre Honorare nach einem System, das sich stark von der Gebührenordnung für Privatpatienten unterscheidet.

Neben der Behandlung von Krankheiten werden auch einige Vorsorgeuntersuchungen gezahlt wie etwa jährliche Brustkrebsuntersuchungen bei Frauen ab 20 Jahren und Vorsorge während der Schwangerschaft. Ab 35 Jahren erhalten beide Geschlechter kostenlose Vorsorgeuntersuchungen zur Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen oder Zuckerkrankheit, ab 50 Jahren präventive Untersuchungen zu Magen-Darm-Krebs.

Nach Genehmigung zahlt die GKV auch Psychotherapien. Alternative Heilmethoden gehören nicht zu den verpflichtenden Leistungen der Krankenversicherung.

1.2. Medikamente und Hilfsmittel

krankenkenversicherung kündigenIn der Regel übernimmt die GKV alle Arzneimittel, die von einem Arzt verschrieben worden sind, jedoch müssen Sie 5 bis 10 Euro beisteuern.

Für Präparate gegen Bagatellkrankheiten, z.B. Schnupfen, oder Mittel zur Empfängnisverhütung werden keine Kosten übernommen. Für letzteres bestehen Ausnahmen, wenn die Patientin unter 20 Jahre alt ist oder – was wichtiger sein muss als Verhütung – das Medikament zur Behandlung von Akne verschrieben wurde.

Für Hilfsmittel gelten Festbeträge, bis zu denen die Kassen zahlen. Für besonders gute Hörgeräte oder edle Brillen müssen Sie daher schon selbst tief in die Tasche greifen. Detaillierte Angaben zu den Festbeträgen lesen Sie hier. Bei Produkten, deren Preise darüber liegen, müssen Sie immer noch zehn Prozent der Kosten selbst tragen, maximal zehn Euro monatlich.

1.3. Stationäre Behandlungen

Die Kassen zahlen alle notwendigen Behandlungen in geeigneten Krankenhäusern. Nur in Notfällen werden auch für Privatkliniken gezahlt. Für jeden Behandlungstag muss der Patient 10 Euro selbst zahlen, wenn er nicht länger als vier Wochen im Jahr im Krankenhaus ist.

Unter bestimmten Voraussetzungen werden bis zu dreiwöchige Vorsorge- und Rehakuren gezahlt.

1.4. Unterstützung bei krankheitsbedingtem Verdienstausfall

Ab dem 43. Tag, seitdem Sie nicht mehr zur Arbeit gehen können, bzw. ab dem 1. Tag, wenn Sie wegen Erkrankung des Kindes zu Hause bleiben mussten, bekommen Sie Krankengeld. Es beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts, höchstens jedoch knapp 2.700 Euro netto.

1.5. Zahnmedizin

krankenversicherung beitragssatzGerade in diesem Bereich hat die Unterstützung der öffentlichen Hand stark abgenommen. Für Zahnersatz zahlt die Kasse nur noch zwischen 50 und 65 Prozent und das auch nur für die allernötigste Behandlungsform. Kieferorthopädische Behandlungen werden nur in schweren Fällen übernommen. Alle sechs Monate wird die Zahnvorsorge gezahlt, jedoch ohne die professionelle Zahnreinigung.

2. Krankenkassenbeiträge

Die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung richten sich nach dem Haushaltseinkommen.

Personen mit einem schlechten Gesundheitszustand werden also nicht noch mit höheren Beitragszahlungen bestraft und dürfen von keiner gesetzlichen Krankenversicherung abgelehnt werden.

2.1. Einheitlicher Beitragssatz ist leicht gesunken

2017 beträgt der gesetzliche Beitragssatz der Krankenversicherung 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens und soll die nächsten Jahre stabil bleiben. Bei Arbeitnehmern zahlt diesen zur Hälfte der Arbeitgeber.

Zu dem Bruttoeinkommen gehören Löhne, Renten, Pensionen, Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit und Bezüge. Bei einer freiwilligen Versicherung sind zudem auch erhaltene Unterhaltszahlungen und Einnahmen aus Geldanlagen und Vermietungen beitragspflichtig.

Damit die Versicherungskosten für Gutverdienende nicht extrem hoch werden, gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze. Sie liegt bei 4.350 Euro monatlich. Die Beiträge dürfen sich also maximal nach diesem Einkommen richten.

2.2. Kleine Unterschiede durch den Individuellen Zusatzbeitrag

Die zusätzlichen Beiträge für die Krankenversicherung betragen zwischen 0 (Metzinger BKK) und 1,7 Prozent (Viactiv BKK). Sie sollen für etwas Wettbewerb zwischen den Anbietern sorgen und einen Anreiz zur Wirtschaftlichkeit darstellen.

Tipp: Werden Zusatzbeiträge erhöht oder erstmals eingeführt, dürfen Sie bis zum Monatsende mit entsprechendem Hinweis Ihrer Krankenkasse kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate. Bis der Wechsel der Krankenkasse erfolgreich ist, müssen Sie aber noch die erhöhten Beiträge der alten Versicherung zahlen.

2.3. Wie finanzieren sich die Krankenkassen?

Seit 2009 gibt es in Deutschland sogenannte Gesundheitsfonds. Dort hinein fließen die einheitlichen Beiträge und Steuermittel. Pro Versicherten erhalten die Krankenkassen eine Pauschale, zu der es je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitsrisiko des Versicherten noch Zu- oder Abschläge gibt.

Reichen die Mittel aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, sollen die Zusatzbeiträge aushelfen.

wie-finanziert-sich-die-krankenkasse

3. Extraleistungen: Das wichtigste Kriterium

gesetzliche krankenversicherung testsieger

Jung und gesund? Dann ist die günstigste Krankenkasse eine, die bei Nichtinanspruchnahme der Leistungen Geldprämien zahlt. Außerdem bezuschussen einige Kassen z.B. Fitnesstracker und Sportkurse.

Die meisten Anbieter erweitern ihr Angebot, z.B. indem Sie die Selbstbeteiligungen reduzieren und Weiteres bezuschussen oder ganz bezahlen.

Gerade für Geringverdiener oder kränkliche Menschen können sich aus den Eigenanteilen hohe Ausgaben ergeben. Unser Krankenkassenrechner präsentiert daher nicht die absoluten Beitragskosten, sondern auch alle zusätzlichen Leistungen der Anbieter.

3.1. Sinnvolle und sinnlose IGels

Häufig bieten die Ärzte Individuelle Gesundheitsleistungen – kurz IGeL – an. Die Krankenkassen sind hierbei nicht leistungspflichtig, zahlen aber teilweise freiwillig etwas dazu. Die meisten IGeLs sind harmlos, doch der Nutzen ist manchmal umstritten.

Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bewertet einzelne Leistungen, zeigt deren zu erwartende Kosten auf und welche Alternativen es aus dem verpflichtenden Leistungskatalog gibt. Viele Selbstzahlerleistungen erhalten die Bewertung „unklar“, vor allem wenn keine Studien mit eindeutigem Ergebnis existieren.

Abgeraten wird bspw. von Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke, die relativ häufig zu einer falschen Krebsdiagnose führen. Als positiv bewertet werden z.B. Lichttherapien gegen Winterdepression.

Angesichts des IGel-Monitors muss man zu Bedenken geben, dass der MDK die Seite der Kostenträger vertritt und somit bei den Bewertungen eventuell restriktiv vorgeht. Selbst der Nutzen der professionellen Zahnreinigung wurde mit „unklar“ bewertet.

3.2. Wer auf Nummer sicher gehen will

Bei einem Vergleich der Krankenversicherungen sollten Menschen mittleren Alters den Präventionsmaßnahmen im Bereich Magen-Darmkrebs besondere Bedeutung beimessen.

Gesetzlichen Anspruch auf solche Untersuchungen haben Sie erst ab 50. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, zuvor auch deutlich geringer, jedoch können Vorstufen des zweithäufigsten Krebs in Deutschland schon bis zu 15 Jahre zuvor bemerkt werden. Ohne Übernahme der GKV müssen Sie bei einer Darmspiegelung mit mindestens 350 Euro rechnen.

Andere wichtige Prävention-IGeLs wie Reiseschutzimpfungen liegen im zweistelligen Bereich und können daher einfacher selbst gezahlt werden.

gkv mitgliedszahlen

3.3. Kinder daheim oder in Planung

Babyschwimmen, Vorbereitungskurse für Väter, Gebären im Hebammenhaus, weitere Ultraschalls – werdende Eltern können mit der richtigen Versicherung viele Kosten einsparen. Welche Kassen in Sachen Familienorientierung am besten sind, lesen Sie in Kapitel 4.2.

3.4. Alternative Heilmethoden

Anhänger von Naturheilkunde haben von vielen Kassen sehr wenig zu erwarten. Beste Krankenkasse als umfangreicher Kostenträger ist in diesem Bereich die Direktversicherung Securvita. So werden u. a. osteopathische Konzepte, Homöopathie oder Traditionelle Chinesische Medizin gezahlt. Auch wer der Schulmedizin eigentlich unkritisch gegenüber steht, hat sicher nichts gegen eine Kostenübernahme von Yoga- und Pilateskursen.

Umfassende Leistungen im Bereich der Alternativmedizin bieten ambulante Zusatzversicherungen, welche zudem auch einige weitere Selbstzahlerleistungen übernehmen.

4. Vergleichssieger der gesetzlichen Krankenversicherung

Dieses Kapitel ist eine Übersicht zu den wichtigsten Krankenkassen-Tests der vergangenen Jahre. Welche Krankenkasse die beste ist, hängt letztlich immer von der persönlichen Situation ab, weshalb Sie auch die Detailinformationen aus unserem Krankenkassenrechner heranziehen sollten.

4.1. Techniker und AOK plus bei Focus Money ganz vorne

2015 untersuchten Focus Money und das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) 51 gesetzliche Krankenversicherungen.

Bewertet wurden folgende Kategorien:

  • Service
  • besondere ambulante und zahnmedizinische Versorgung
  • Gesundheitsförderung
  • zusätzliche Leistungen
  • private Krankenzusatzversicherungen im Angebot
  • alternative Heilmethoden
  • Bonusprogramme
  • Wahltarife
  • Beitrag

Es wurde jeweils ein Ranking für regionale und für überregionale Kassen erstellt.

Vergleichssieger Regional Vergleichssieger Bundesweit
1. AOK Plus 1. Techniker Krankenkasse
2. IKK Brandenburg und Berlin 2. Hanseatische Krankenkasse
3. AOK Sachsen-Anhalt 3. DAK Gesundheit

4.2. €uro-Magazin kürt Gruppensieger

Das Magazin €uro suchte unter 100 Versicherungen nach der besten Krankenkasse je nach Kundengruppe und Unternehmensart: bundesweite Krankenkassen mit Geschäftsstellennetzwerk, bundesweite Direktkassen (insgesamt nur 5) und regionale Anbieter.

Für eine genaue Beschreibung der Bewertungen, Details zu den gesetzlichen Krankenversicherungen im Test und die vollständige Notenliste folgen Sie den entsprechenden Links.

Gruppe Vergleichssieger
Alternative Medizin und Gesundheitsvorsorgung
  • Hanseatische
  • Securvita
  • IKK Brankenburg&Berlin
Familienorientierung
  • Techniker
  • Securvita
  • IKK Südwest
Großes Sparpotenzial
  • Hanseatische
  • Securvita
  • BKK Faber-Castell
Vorsorge bei Krankheit
  • Techniker
  • Securvita
  • AOK Plus

4.3. Service-Untersuchung von Stiftung Warentest

Finanztest gibt keine grundsätzlichen Krankenkassen-Vergleichssieger bekannt. Das Tochtermagazin von Stiftung Warentest weist wie wir darauf hin, dass die beste Wahl letztlich immer sehr von den eigenen Präferenzen und dem Gesundheitszustand abhängt.

Allerdings prüfte Finanztest die Servicequalität der Anbieter (06/2014).

Kriterien waren:

  • Informationsvermittlung im Internet
  • Beratung in der Geschäftsstelle, telefonisch oder per E-Mail
  • Erreichbarkeit/Rahmenbedingungen
  • Mitarbeiterverhalten
  • Hinweis auf weiterführende Angebote

An der Spitze steht die Techniker mit der Note 2,1. Besonders gut schnitt sie bei der Qualität der Online-Informationen zu Leistungen und medizinischen Aspekten sowie zum Thema Pflege und Krankengeld ab. AOK Niedersachsen und die Kaufmännische Krankenkasse KKH folgten mit 2,4. Sehr gute Ergebnisse erzielte keine Kasse, da bei individuellen Beratungen ein mittlerer bis sehr großer Nachholbedarf bestand.

4.4 Kritik an den Bewertungsverfahren

Ökotest kritisierte Juni 2014 die Glaubwürdigkeit von Krankenkassen-Tests, die pauschal Vergleichssieger küren. So zweifelte das Verbrauchermagazin an der Unabhängigkeit und der Genauigkeit der Fragebögen, die Grundlage vieler Prüfungen darstellen. Es sei manchmal so, dass Fragen nach der vollständigen Zahlung einzelner Leistungen mit „Ja“ beantwortet werden, obwohl es noch einige Fußnoten gibt.

Wir sehen in der Methodik hinter den Untersuchungen ebenfalls ein Problem, für das allerdings auch Ökotest keine klare Lösung bietet. Aus unserer Sicht bieten viele Testberichte jedoch eine sinnvolle Orientierung. Nicht ratsam ist es jedoch, sich von Titel wie „beliebteste Krankenkasse“ beeinflussen zu lassen, die aus wenig repräsentativen Umfragen resultieren. Dies prangerte Ökotest ebenfalls an.

5. Die 4 größten Krankenkassen im Vergleich

5.1. Techniker Krankenkasse

Bei der größten deutschen Krankenversicherung sind knapp 10 Millionen Menschen versichert. Die Techniker hat ihren Namen daher, dass sie ursprünglich eine Hilfskrankenkasse für Techniker, Ingenieure und Architekten war. Der Zusatzbeitrag liegt bei 1 %, das ist knapp unterdurchschnittlich.

  • häufig Vergleichssieger in verschiedenen Kategorien
  • Berichte von Schwierigkeiten beim Krankengeld
  • kaum Zusatzleistungen in der Zahnmedizin

5.2. Barmer GEK

Die Barmer ist der Techniker dicht auf den Fersen. Sie gehört ebenfalls zur Gruppe der Ersatzkassen (GEK) und verzeichnet circa 8,4 Millionen Versicherte. Der Zusatzbeitrag von 1,1 % ist aktuell durchschnittlich.

  • Großes Geschäftsstellen-Netzwerk
  • relativ ausgeprägte Vorsorge bei Krankheit
  • viele Programme zur Gesundheitsförderung
  • eher geringe Familienorientierung
  • 2,7 im Service-Test

5.3. DAK Gesundheit

2012 fusionierten die Deutsche Angestellten-Kasse, die BKK Gesundheit sowie die BKK Axel Springer zur DAK Gesundheit. Sie hat etwa 6 Millionen Mitglieder. Mit 1,5 % Zusatzbeitrag gehört die DAK zu den teuersten Kassen.

  • häufig gutes Abschneiden in Tests
  • professionelle Zahnreinigung bei Vertragsärzten kostenlos
  • viele alternative Heilmethoden
  • hoher Beitrag
  • 2,7 im Service-Test

5.4. AOK Bayern

Es gibt insgesamt elf rechtlich selbstständige Allgemeine Ortskrankenkassen, die meist auf einzelne Bundesländer begrenzt sind. Die größte mit etwa 4,3 Millionen Mitgliedern ist die AOK Bayern. Wie bei der Barmer liegt der kassenindividuelle Betrag mit 1,1 % im Mittel.

  • weitere Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
  • Krankengeld für Selbstständige
  • wenig Zusatzleistungen mit vollständiger Kostenübernahme
  • 2,7 im Service-Test

Leider versuchen auch die großen Krankenkassen immer wieder, notwendige Behandlungen oder Medikamente nicht zu zahlen. Dies schlägt sich nicht nur in Erfahrungsberichten der Versicherten aus dem Internet nieder, sondern auch in zahlreichen Rechtsstreitigkeiten. Eine Versicherung, die hier besonders positiv auffällt, konnten wir nicht ausfindig machen.

Krankenstand

Der Krankenstand in den gesetzlichen Kassen steigt seit 2015.

6. Freiwillig gesetzlich versichert: Für wen lohnt sich das?

Befreit von der gesetzlichen Krankenversicherung sind: Selbstständige, Beamte sowie Angestellte, die mindestens 57.600 Euro im Jahr verdienen (Grenze von 2017). Gleiches gilt für Minderjährige und Studenten bis 24, die kostenlos ihrer Familienversicherung angehören.

Anders als bei der Gesetzlichen müssen privat Versicherte Beiträge zahlen, die sich nach Risikofaktoren wie Alter und Gesundheitszustand richten. Für junge und gesunde Menschen ist eine private Krankenversicherung günstig - aber ein späterer Wechsel ist nicht ohne weiteres möglich (mehr dazu im folgenden Kapitel).

Ein anderer Aspekt sind die Unterschiede bei der Behandlungsqualität: Kassenpatienten werden bei Terminanfragen häufig auf das nächste Quartal vertröstet, müssen längere Wartezeiten in Kauf nehmen, werden weniger intensiv betreut usw.. Für Privatpatienten bekommen Ärzte und Krankenhäuser mehr Geld.

Wenn Sie mehr zur Debatte über eine Zweiklassenmedizin erfahren wollen, empfehlen wir diese Sendung der ARD:

7. Fragen und Antworten rund um die GKV

  • Wie viel muss man schlimmstenfalls selbst zahlen?

    Für jedes Kalenderjahr gibt es eine individuelle Belastungsgrenze: 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen, die für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehen. Dazu werden auch die Einkünfte des Lebenspartners und die der im Haushalt lebenden Kinder gezählt - abzüglich Freibeträge für Angehörige.
    Für Versicherte mit chronischen Leiden beträgt die maximale Zuzahlungsgrenze 1 %.
  • Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse im Ausland?

    Grundsätzlich werden nur Behandlungen in Deutschland übernommen. Allerdings bestehen mit der European Health Insurance Card einige Ausnahmen: Die GKV zahlt wichtige Behandlungen innerhalb der EU, in sieben weiteren europäischen Staaten sowie in der Türkei und Israel. Was im jeweiligen Land nicht erstattet wird, muss die deutsche Krankenversicherung auch nicht zahlen. Private Auslandspolicen sind daher sehr zu empfehlen.
  • Bis wann kann man in die gesetzliche Krankenversicherung zurück?

    Die Bürger sollen nicht in jungen Jahren von den günstigen Beiträgen für die PKV profitieren und dann im Alter von den Krankenkassenbeiträgen, die unabhängig von dem Gesundheitszustand sind. Deshalb sind die Rückkehrchancen in die Gesetzliche schlecht.
    Als Angestellter muss Ihr jährliches Bruttogehalt unter 57.600 Euro rutschen. Selbstständige müssen für die GKV hauptberuflich Arbeitnehmer werden.
    Besonders schwierig wird das Wechseln aus der PKV für Menschen über 55 Jahren. Um in diesem Alter in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, müssen Sie in den vergangenen fünf Jahren mindestens zweieinhalb Jahre gesetzlich versichert gewesen sein. Oder Sie lassen sich über Ihren Partner mitversichern. Für die Familienversicherung gibt es mehrere Voraussetzungen, u.a. darf Ihr Monatsgehalt dann aber nicht höher sein als 450 Euro. Etwas einfacher wird die Aufnahme in die GKV für Personen, die mindestens zu 50 Prozent schwerbehindert sind.
  • Was muss man bei einer studentischen Krankenversicherung beachten?

    Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs können Sie familienversichert bleiben, sofern Sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen bzw. höhere Einkommen in einem Monat nicht regelmäßig sind.
    Ansonsten zahlt man für die studentische Krankenversicherung einen Grundbeitrag, der jedes Semester neu festgelegt wird, plus den kassenindividuellen Zusatzbeitrag und die Pflegeversicherung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zur Studentenversicherung.
  • Sind Krankenzusatzversicherungen sinnvoll?

    Durch eine stationäre Zusatzversicherung kommen Sie im Krankenhaus dem Status eines Privatpatienten näher. Daraus folgt die freie Ärztewahl, eine freie Krankenhauswahl unter den Krankenhäusern für Kassenpatienten sowie die Unterbringung im einen Zimmer mit einem oder zwei Betten.
    Die ambulante Zusatzversicherung richtet sich dagegen hauptsächlich an Menschen, die Alternativmedizin in Anspruch nehmen.
    Aus unser Sicht ist jedoch eine private Pflegeversicherung wichtiger, da die soziale Pflegeversicherung der Krankenkassen immer nur einen Anteil der tatsächlichen Pflegekosten übernimmt.

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