Digitalisierung soll Umsätze der Energiekonzerne steigern: Sinken jetzt die Strompreise?

Die fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft macht auch vor der Energiewirtschaft nicht halt. Immer mehr deutsche Energiekonzerne setzen auf digitale Ansätze, sowohl im Kundenservice als auch in der automatisierten Einsatzplanung. Eine gemeinsame Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., der Unternehmensberatung A.T. Kearney und der IMP³rove Academy prognostiziert für die gesamte Branche bis zum Jahr 2025 ein Umsatzplus von 7,7 Milliarden Euro bei einem gleichzeitigen Einsparungspotential von 7,8 Milliarden Euro.

diagramm: digitalisierung deutsche energiewirtschaft

Da überrascht es kaum, dass fast alle heimischen Energieunternehmen derzeit an einer Digitalisierungsstrategie arbeiten, sofern sie noch keine besitzen. Der Anteil der Energieunternehmen, die über eine ausgearbeitete Digitalisierungsstrategie verfügen und diese aktiv umsetzen, wächst kontinuierlich und schnell: 2018 konnten bereits 48% eine Digitalisierungsstrategie vorweisen, noch 2017 waren es lediglich 33 %.

Doch was bedeutet dies für die Verbraucher? In jedem Fall einen Zugewinn an Komfort: Online-Portale vereinfachen Vertragsabschluss, Tarifwechsel und Stammdaten und ersparen Ihnen so sowohl Zeit als auch Nerven. Auch im technischen Kundenservice können viele Verbraucheranliegen in Zukunft automatisiert gelöst werden, lange Wartezeiten bei der telefonischen Hotline entfallen.

stromkosten rechner

Werden die Strompreise sinken und so die Haushaltskasse entlasten? Wir bleiben skeptisch.

Ob die Energieunternehmen die erwarteten Gewinne in Form einer Preissenkung an die Verbraucher weitergeben werden, steht hingegen in den Sternen. Ein Ende der Fahnenstange bei den zunehmenden Stromkosten – im Bundesdurchschnitt stiegen diese in den letzten zehn Jahren um fast 30 % – ist zumindest nicht zwangsläufig zu erwarten. Denn nach wie vor befinden wir uns mitten in der Energiewende, die nicht zuletzt zugunsten des Klimas hohe Investitionskosten erfordert.

Quelle: Presseportal

Autor: vw
Veröffentlicht: 28.05.2019, 10:06 Uhr

Zum Autor: Nach einer akademischen Karriere in den Altertumswissenschaften hat sich Viktor Woronin mit dem Online-Bereich der Zukunft verschrieben  und informiert als Redakteur von vergleich.org über wichtige Verbraucherthemen.

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