Das Wichtigste in Kürze
  • Immer mehr Privatpersonen steigen auf das geteilte Auto um – insbesondere in Großstädten sind das Angebot und die Nachfrage groß.
  • Einige Anbieter sind deutschlandweit gut verteilt, während andere Carsharing-Anbieter sich auf ein Gebiet oder eine Stadt spezialisiert haben.
  • Seit einiger Zeit gibt es auch Elektro-Fahrzeuge zu vermieten. Achten Sie in solchen Fällen aber unbedingt auf die Parkbedingungen, da nicht immer flexibles Parken mögölich ist und sogar Strafgebühren fällig werden können.

carsharing-test

1. Was bedeutet der Begriff „Carsharing“?

Im Unterschied zum normalen Mietwagen können Sie das Carsharing-Auto in der Regel rund um die Uhr und via Smartphone App oder RFID-Chip auf dem Führerschein abholen. Die Rückgabe ist dann ebenfalls wesentlich schneller möglich und geschieht meist ohne Kontakt zum Anbieter. Um den kürzeren Mietdauern Rechnung zu tragen, ist dann meist zusätzlich der Kraftstoff im Preis enthalten und Sie müssen das Carsharing-Auto am Ende Ihrer Miete nicht auftanken. Tun Sie das doch, bekommommen Sie bei vielen Anbietern einen Bonus oder Gutschein für die nächste Fahrt.

Abgerechnet wird wie beim Mietwagen in der Regel nach Nutzungsdauer, allerdings genauer gesagt auf Minutenbasis. Einige Anbieter verwenden ein Mischmodell, das sowohl Minuten/Stunden als auch Kilometer mit einbezieht.

2. Wie ist das Konzept von Carsharing?

a. Free Float

Beim Free Float Modell schließt der Carsharing-Anbieter einen Deal mit der Stadt ab. Meist sind alle öffentlich bewirtschafteten Parkplätze in der Innenstadt dann inklusive – sozusagen eine Park-Flatrate. Sie können die Miete also auf jedem freien Parkplatz in der Stadt beenden. Doch einen freien Parkplatz müssen Sie selber suchen.

b. Stationsbasiert

Stationsbasiertes Carsharing ist die ursprüngliche Variante. An einem festen Ausgangspunkt wird das Auto nicht nur abgeholt, sondern auch zurückgegeben. Vorteil dabei: In beliebten Kiezgegenden ist ein reservierter Parkplatz sicher. Der Nachteil: Ausflüge mit längerem Aufenthalt sind recht kostspielig, weil die gesamte Mietzeit berechnet wird. Deswegen arbeitet der größere Teil der neuen Anbieter mit dem Free Float Modell.

Carsharing Anbieter Vergleich

3. Was ist der Unterschied zur Autovermietung?

Technisch unterscheiden sich die Autos durch automatische Öffnungssysteme. Um keine Schlüssel übergeben zu müssen, öffnen sich die Türen der Autos per RFID-Technik oder via Smartphone. Deswegen haben die Autos meist eine Mobilfunkverbindung, so können sie live die Daten des Öffners abgleichen. All das macht Vermietstationen mit Personal überflüssig und die kurzen Carsharing-Mietzeiten somit erst profitabel.

Genau wie bei der Autovermietung kümmert sich beim Carsharing der Anbieter um Umweltplakette und Haupt- oder Abgasuntersuchung. Auch die KFZ-Steuer wird direkt abgeführt. Reparaturen und Wartung liegen ebenfalls im Verantwortungsbereich des Carsharing Anbieters.

4. Unterschied zum Carpooling

Trotz des ähnlichen Namens stellt man beim Vergleich von Carpooling und Carsharing kaum Gemeinsamkeiten fest. Carpooling heißt im Grunde nichts Anderes als die gemeinsame Nutzung eines Autos, sprich eine klassische Mitfahrgelegenheit. Frischen Wind haben die Angebote Lyft Line und UberPool in das Thema gebracht. Hier teilt man sich ein Auto, das Ganze wird allerdings von der Firma Uber koordiniert. Die Fahrer treten hier als Dienstleister auf und bringen nur ihre Fahrgäste ans Ziel, sie selbst bekommen Geld für ihre Dienstleistung statt – wie bisher bekannt – einfach selbst die Strecke fahren zu müssen.

5. Nachteile von Carsharing

Manche Nutzer kritisieren, dass gerade in Städten die Parkplatzsuche bei Free Float Modellen viel Zeit in Anspruch nimmt – und damit auch kostet. Ohne fixen Parkplatz muss man lange suchen, einige private Parkplätze oder Parkhäuser bleiben komplett außen vor. Doch für die Parkplatzsuche gibt es keinen Minutenrabatt.

Manchmal ist deswegen der öffentliche Nahverkehr sogar schneller. Ein Vorteil: beim Carsharing können Sie manchmal auch die etwas „kritischeren“ Parkplätze wählen, weil das Auto wahrscheinlich bald vom nächsten Nutzer wieder mitgenommen wird.

Nachteil: Spätabends sind die Autos meistens meist schon weg. Sie müssen also immer bereit sein, im Zweifel den öffentlichen Nahverkehr oder auch mal ein Taxi zu nehmen.

Bildnachweise: Adobe Stock/RAM, Adobe Stock/zapp2photo, (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)