Arbeitgebersiegel Test 2017

Die 7 besten Arbeitgebersiegel im Vergleich.

Ausgezeichneter Arbeitgeber Ausgezeichneter Arbeitgeber
Top Job Top Job
berufundfamilie berufundfamilie
Great Place to Work Great Place to Work
Trendence TOP Employer Trendence TOP Employer
Potentialpark Online Talent Potentialpark Online Talent
Die attraktivsten Arbeitgeber Die attraktivsten Arbeitgeber
Abbildung Ausgezeichneter Arbeitgeber Top Job berufundfamilie Great Place to Work Trendence TOP Employer Potentialpark Online Talent Die attraktivsten Arbeitgeber
Anbieter Ausgezeichneter Arbeitgeber Top Job berufundfamilie Great Place to Work Trendence TOP Employer Potentialpark Online Talent Die attraktivsten Arbeitgeber
Anbieter TÜV Rhein­land zeag GmbH beru­fund­fa­milie gGmbH GPTW Deut­sch­land GmbH tren­dence Institut GmbH Poten­tial­park Uni­versum Global
Branche alle IT, Elek­tro­technik, Gesund­heits­wesen, Hotel alle alle Busi­ness, Enginee­ring, IT, Law Online Eco­nomy, Inge­nieur, IT, Natur­wis­sen­schaften, Geis­tes­wis­sen­schaften, Jura, Gesund­heits­wesen
Zielgruppe Arbeit­geber Bewerber, Mit­tel­stand Familien Unter­nehmen, Bewerber Schüler, Hoch­schul­ab­sol­venten Bewerber Arbeit­geber, Berufs­ein­s­teiger
Zertifizierungsprozess Prü­fung des Per­so­nal­ma­na­ge­ments, Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung, Follow-Up-Check Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung, stra­te­gi­sche Ziel­ve­r­ein­ba­rung, Ree­va­lua­tion Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung, Eva­lu­ie­rung Befra­gung von poten­zi­ellen Bewer­bern Umfrage, Aus­wer­tung von Fir­men­web­seiten Befragung
ausgezeichnete Unternehmen 2016 k.A. 78 ca. 400 100 100 pro Branche 30 in vier Kate­go­rien 10 pro Kate­gorie
Turnus fort­lau­fend jährlich fort­lau­fend jährlich jährlich jährlich jährlich
Transparenz
von Unternehmen beauftragt Nein Ja Ja Nein Nein Nein Nein
Mitarbeiterbefragung Nein Ja Ja Nein Nein Nein Nein
kostenpflichtig für Arbeitgeber k.A.
Vor- und Nachteile
  • beg­lei­teter Pro­zess
  • keine Apfel-Birnen-Ran­kings
  • alle Mit­ar­beiter werden befragt
  • Aus­wer­tung durch Uni
  • Ergeb­nisse in Kurz­form ein­sehbar
  • geför­dert vom Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rium
  • strenge Teil­nah­me­kri­te­rien
  • erste drei Plat­zie­rungen ein­sehbar
  • auf­wen­diges Test­ver­fahren
  • Kri­te­rien nicht klar
  • Unter­nehmen aus ver­schie­densten Berei­chen
  • bewer­tungs­ba­siert
  • umfasst meist nur Groß­kon­zerne
  • spe­zia­li­siert auf Online-Inter­ak­tion
  • keine Kri­te­rien ver­öf­f­ent­licht
  • bewer­tungs­ba­siert
  • Mark für Emp­loyer Bran­ding
Fazit
Der TÜV Rheinland bietet keine Rangliste an. Stattdessen werden Unternehmen begleitet, um ihre Personalprozesse mitarbeiterfreundlich zu gestalten. Eine Vergleichbarkeit wird nicht suggeriert, vielmehr die Bemühungen der Unternehmen abgebildet.
Die Ergebnisse der Vollbefragung der Mitarbeiter werden auf der Homepage des Prüfunternehmens veröffentlicht. Auch wenn die einzelnen Fragen nicht veröffentlicht werden, ist dies eine Transparenz, die andere nicht bieten. Zudem wird die Auswertung von einer unabhängigen Stelle vorgenommen.
Das Siegel der gemeinnützigen GmbH zeichnet familienfreundliche Unternehmen und Hochschulen aus. Arbeitgeber werden auf dem Weg zur lebensweltlich angepassten Arbeitsumgebung begleitet. Die Kriterien der Befragung werden auch hier nicht transparent gemacht, dafür die Preise.
Die Bewertung "Great Place to Work" bezieht sich vor allem auf das Klima am Arbeitsplatz. Zu den Ergebnissen kommt die Studie über Mitarbeiterbefragungen, die streng reglementiert sind. Die Kriterien der Befragungen werden jedoch nicht veröffentlicht.
Das Trendence-Institut befragt potenzielle Bewerber, welche Arbeitgeber für sie in Frage kommen. Die Ergebnisse sind meist wenig überraschend, da nur die absoluten Top-Arbeitgeber ausreichend Bekanntheit haben, um aufzutauchen. Die Kriterien der Befragungen sind nicht ersichtlich.
Das Potentialpark-Ranking bezieht sich auf die Interaktion von Firmen mit Bewerbern. Anhand von Befragungen wird beurteilt, inwiefern die Online-Auftritte der Firmen die Anforderungen der Bewerber erfüllen. Welche das sind, wird jedoch nicht öffentlich.
Universum stellt eine schöne Grafik bereit, die einen Überblick über die dem Ranking zugrunde liegenden Befragungen gibt. Genau wie die anderen Siegelgeber lassen sie sich jedoch nicht in die Karten schauen, was den genauen Inhalt der Befragung anbetrifft.
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Übersicht auf dem Arbeitsmarkt: Arbeitgebersiegel im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze
  • Mit Arbeitgebersiegeln sind Auszeichnungen gemeint, die an Unternehmen vergeben werden. Diese dürfen sich mit den Auszeichnungen schmücken, meist für einen gewissen Zeitraum.
  • Während manche Siegel mehr über die Reputation als über den Arbeitgeber an sich aussagen, sind andere mit aufwendigen betriebsinternen Prozessen verbunden, bevor es zu einer Auszeichnung kommt.
  • In den meisten Fällen ist die Nutzung der Siegel für Arbeitgeber kostenpflichtig. In vielen Fällen steht die Siegelvergabe am Ende eines Entwicklungsprozesses, der von den Unternehmen selbst angestoßen wird.

„Früher war alles besser!“ Nahezu niemandem dürfte diese Aussage unbekannt sein. Die gute alte Zeit sei vorbei, beklagen betagte Mitglieder unserer Gesellschaft. Besonders im Arbeitsleben scheint sich dieser Spruch aber nicht zu bewahrheiten. Aufgrund von Fachkräftemangel und demographischem Wandel können sich Arbeitnehmer, ganz anders als früher, selbstbewusst in die Verhandlungen mit den Unternehmen begeben.

Dabei steht für viele Hochschulabgänger und Young Professionals das Klima am Arbeitsplatz im Vordergrund. Wenn dieses nicht den Erwartungen entspricht, wird eben der Job gewechselt. Auf diese Entwicklungen versuchen die Arbeitgeber zu reagieren.

Die Recruiting- und Personalmarketing-Abteilungen intensivieren ihre Bemühungen, das Unternehmen für Bewerber attraktiv zu machen. Entsprechend sind in den letzten Jahren verschiedene Zertifikate in Umlauf gebracht worden, die einen Hinweis auf das Arbeitsklima in den Firmen geben sollen und eine exponierte Stellung am Stellenmarkt versprechen – die Arbeitgebersiegel.

Wir haben für Sie im Arbeitgebersiegel Vergleich 2017 die bekanntesten der über 200 Arbeitgeberzertifikate in Augenschein genommen und zeigen Ihnen, welche davon tatsächlich ein Wegweiser im Dickicht des Arbeitsmarkts sind – und welche selbst nur die Sicht versperren.

1. Was sind Arbeitgebersiegel?

arbeitgebermarke

Auch das Klima im Büro ist bei Top-Arbeitgebern in Deutschland gut.

Ebenso wie sich Gesellschaften insgesamt wandeln, tun dies auch die Bedingungen am Arbeitsmarkt. Diese Entwicklung trifft auch auf Deutschland zu und lässt sich nicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern wegdiskutieren.

Nicht nur die verschiedenen Bereiche des Arbeitsmarkts verändern sich, auch die Ansprüche der Arbeitnehmer wachsen. Unternehmen können nicht mehr sicher sein, genügend qualifizierte Bewerber für die ausgeschriebenen Stellen zu bekommen.

Der viel zitierte Fachkräftemangel ist dabei nur einer von vielen so genannten Megatrends, die das Arbeitsleben prägen. Unter Megatrends versteht die Betriebswirtschaft gesellschaftliche und technische Entwicklungen, die tiefgreifende Veränderungen nach sich ziehen. Je nach Fachbeitrag wird die Zahl der Megatrends unterschiedlich angegeben, sie schwankt zwischen 6 und 20. Der demografische Wandel und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Gesellschaft und besonders Unternehmen, tauchen jedoch in allen Definitionen auf.

employer branding

Ein Teil des Personalmanagements (HR-Management) betrifft auch die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber. Diese Maßnahmen werden unter der Bezeichnung employer branding (Arbeitgebermarke) zusammengefasst.

Als Auswirkung des Fachkräftemangels zeigt sich ein Umdenken der Unternehmen in Bezug auf die Arbeitnehmer. Während ein Bewerber vor nicht allzu langer Zeit quasi noch ein Bittsteller war, der zu Kreuze kriecht, hat sich das Verhältnis, wenn schon nicht umgekehrt, so doch verändert. Der Arbeitsmarkt buhlt um qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber, sei es im Bereich des Handwerks und der Dienstleistung oder dem High-Tech-Sektor. Das bringt Bewerber in die erfreuliche Lage, sich das Unternehmen aussuchen zu dürfen, anstatt auf eine beliebige Anstellung hoffen zu müssen. In Zeiten zunehmender Transparenz lassen sich so Informationen über Unternehmenskultur, Aufstiegsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit und Bezahlung einholen, bevor das Vorstellungsgespräch stattfindet.

Um den veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen, wurden Arbeitgebersiegel eingeführt. Sie sollen helfen, Licht ins Dunkel des Waldes an Unternehmen zu bringen, für die sich ein Bewerber entscheiden könnte. Der Anspruch ist also, die besten Arbeitgeber auszuzeichnen. Anhand von verschiedenen Methoden bringen die Siegel jedoch nicht nur Licht, sondern auch Schatten.

Während sich viele Arbeitgeber-Siegel als Orientierung, Hilfestellung oder Empfehlung für Fachkräfte gerieren, sind sie vor allem jedoch eins: Eine Maßnahme der Unternehmen, im Rahmen einer employer branding-Maßnahme, die eigene Attraktivität zu erhöhen.

Wie der Begriff bereits andeutet, steht bei diesem Teilaspekt der Personalstrategie die Etablierung eines Rufes als attraktives Unternehmen im Vordergrund. Die Gütesiegel werden von außenstehenden Firmen vergeben, die in einem standardisierten Prüfprozess einzelne Aspekte des Arbeitsalltags im Unternehmen oder das Arbeitsklima insgesamt abfragen.

arbeitgebersiegel-experte

Der Unternehmensberater Christoph Athanas von metaHR ist unser Experte zum Thema Arbeitgebersiegel.

Je nach Anbieter werden diese Prozesse von Coaches begleitet, um eine optimale Implementierung in die Unternehmenskultur sicherzustellen. Die Wichtigkeit des Employer Brandings hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Siegel auf über 200 erhöht hat – Anfang 2013 existierte nur rund ein Drittel der Siegel, die es heute gibt.

Wir haben mit Christoph Athanas, Unternehmensberater und Betreiber des Blogs metaHR, welches sich mit Fragen rund um Recruiting und Arbeitgeberattraktivität beschäftigt, gesprochen. Seine Einschätzung zur der steigenden Anzahl an Arbeitgeber-Siegeln lautet wie folgt:

Es zeigt, dass es als Geschäftsmodell für die Anbieter funktioniert und dass offenbar viele Unternehmen sich davon etwas erhoffen. Gleichzeitig steigt die Unübersichtlichkeit in dem Thema. Zudem ist sowohl die Bekanntheit der allermeisten Siegel, als auch die Wirkung auf Bewerber gering.
Christoph Athanas

Bewertungsportale im Internet werden ebenfalls mit einer gewissen Distanz betrachtet. So legen Absolventen von Hochschulen zumindest eine gewisse Skepsis an den Tag, wenn es um Anbieter wie kununu oder Glassdoor geht: Lediglich 41 % der befragten Studierenden nutzen eines der Portale. Davon sind 37 % nicht überzeugt, dass die Portale bei der Bewerbung hilfreich sind. Es lässt sich also konstatieren, dass die Employer Branding-Maßnahmen der Unternehmen nicht die volle Akzeptanz der Zielgruppen bekommen.

personalstrategie

Arbeitnehmer sind selbstbewusster geworden. Ein Arbeitgebersiegel kann helfen, Ihr Unternehmen für potentielle Bewerber attraktiver zu machen.

Hinzu kommt, dass bei manchen Siegeln Ranglisten (Rankings) erstellt werden, in denen verschiedene Unternehmen verglichen werden – obwohl die verschiedenen Organisationsstrukturen der Unternehmen dies eigentlich nicht zulassen. Schließlich ist ein mittelständisches Unternehmen ganz anders strukturiert als ein Konzern mit 2000 Mitarbeitern. Wenn die Unternehmen dazu noch in verschiedenen Branchen tätig sind, scheint der Sinn einer Rangliste nicht mehr erfüllt zu sein. Wir zeigen in unserem Arbeitgebersiegel Test auf, welche der Anbieter mit solchen Rankings arbeiten.

Wie die Überlegungen eines Unternehmers, der sich ein Arbeitgeber-Siegel anschaffen möchte, aussehen könnten, wird im folgenden Imagevideo von Top Job illustriert:

2. Die verschiedenen Siegel-Typen im Überblick

Es gibt im Wesentlichen drei Arten von Arbeitgebersiegeln: Siegel, die von Unternehmen in Auftrag gegeben wurde, Siegel auf der Basis von Umfragen und Siegel von Bewertungsplattformen. trotz der hohen Relevanz des Themas für den deutschen Arbeitsmarkt gibt es noch keinen Arbeitgebersiegel-Test der Stiftung Warentest. Damit Sie im Siegel-Dschungel den Überblick behalten können, haben wir die wichtigsten Siegel-Kategorien sowie deren Vor- und nachteile für Sie zusammengestellt:

2.1. Von Unternehmen in Auftrag gegebene Siegel

Ein Großteil der über 200 Siegel wird von Unternehmen angeboten, die sich auf die Evaluation von Unternehmensprozessen spezialisiert haben. Es handelt sich dementsprechend um eine Dienstleistung. Die Unternehmen, welche sich für das entsprechende Gütesiegel interessieren, beauftragen die ausstellende Firma. Diese nimmt, meist nach Größe des auftraggebenden Unternehmens, eine Evaluation der Firmenstruktur unter verschiedenen Gesichtspunkten vor. Instrumente während dieses Vorgangs können unter anderem sein:

  • anonyme Mitarbeiterbefragung per Fragebogen (Online oder Pencil-Paper)
  • Mitarbeitergespräche
  • Coaching
  • Zielvereinbarung

Die Siegelvergabe ist bei den meisten Anbietern daher keine Prüfung, sondern vielmehr ein Prozess. Dieser wird von den Unternehmen selbst angestoßen. Diese haben also durchaus den Anspruch, für potenzielle Bewerber attraktiver zu werden und dieses mit einem langwierigen (und meist auch kostspieligen) Prozess sicherzustellen. Die Siegelanbieter durchleuchten das Unternehmen nach Kräften und versuchen, die für Geschäftsführer und Entscheidungsträger relevanten Informationen aus der Belegschaft zu aggregieren.

tuev-zertifizierung

Auch Workshops zur Mitarbeiteraktivierung können Teil der Maßnahmen in der Zertfikatsvergabe sein.

Im Laufe eines Siegelvergabeverfahrens führen die Anbieter auch eine Umfeldanalyse durch. Somit können Unternehmen mithilfe eines Siegels nicht nur ihre eigenen Prozesse durchleuchten, hinterfragen und evtl. optimieren, sondern erhalten zudem einen Einblick in die Wettbewerbsituation. Dieser Aspekt ist vor allem für kleinere Unternehmen interessant, die wenige Kapazitäten für die Wettbewerbsanalyse haben. Wichtig sind für viele Arbeitnehmer familienfreundliche Unternehmen.

Die Siegel und der damit verbundene Evaluationsprozess hilft den Unternehmen, ihr Employer Branding zu etablieren und eventuelle Stellschrauben zu drehen, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu verbessern und gleichzeitig die Attraktivität für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber zu erhöhen. Aufgrund welcher Kriterien ein Unternehmen das Siegel verliehen bekommt, ist jedoch selten transparent. Zwar machen die Anbieter auf ihren Seiten Angaben über die verschiedenen Schritte des Vergabeverfahrens, jedoch werden über den Inhalt der Fragebögen und Workshops keine Details veröffentlicht. Dieser Schritt ist natürlich notwendig, um eventuelle Manipulationen auszuschließen.

Nach welchen Kriterien die Vergabe verläuft, d.h. ob jedes Unternehmen, dass das ausgebende Institut bzgl. der Gütesiegel kontaktiert und beauftragt, am Ende auch ausgezeichnet wird, ist ebenfalls nicht eindeutig ersichtlich (z.B. TÜV-Zertifizierung, Employer Branding Akademie). So stellt sich die Frage, welche Aussagekraft die Zertifikate für Bewerberinnen und Bewerber haben. Unser Arbeitgebersiegel Test hat erwiesen, dass sie mit Sicherheit vor allem eines zeigen: Dass ein Unternehmen große Anstrengungen unternimmt, um sein Ansehen zu steigern und für potenzielle neue Mitarbeiter attraktiv sein möchte.

Wer sich aber ein Siegel auf diesem Wege einkauft, kann nicht unbedingt volle Offenheit erwarten – die Anbieter werden sich hüten, Kundenschelte zu betreiben.
Christoph Athanas

 2.2. Siegel auf der Basis von Umfragen

Neben den Auszeichnungen, die am Ende eines aufwändigen unternehmensinternen Prozesses stehen, sind auch Siegel im Umlauf, welche den Ruf eines Unternehmens abbilden. Im Laufe des Vergabeverfahrens werden im Gegensatz zu den beauftragten Siegeln jedoch keinerlei Daten über die Abläufe im Unternehmen oder das Betriebsklima erhoben. Stattdessen stehen die Auszeichnungen am Ende von Umfragen, die bei potenziellen Bewerbern durchgeführt wurden.

Das bekannteste Siegel dieser Art ist das TOP-Employer-Siegel, welches vom Trendence-Institut vergeben wird. Dabei führt das Unternehmen Befragungen von Studierenden in den höheren Semestern sowie Erwerbstätigen mit weniger als 8 Berufsjahren durch. Diese Siegel zielen also vor allem auf die Vorlieben dieser Gruppen. So lassen sich auch neue Entwicklungen im Personalbereich bereits früh ablesen. Das Firmenranking gliedert sich nach Branchen. Der Haken an der Sache: Diese Umfragen bilden lediglich Wünsche ab. Ein Spitzenplatz in der Liste dieser Siegel bedeutet nicht unbedingt, dass die Arbeitsbedingungen in der betreffenden Firma tatsächlich herausragend sind. Vielmehr zeigen die Rankings, welche Unternehmen in der Wahrnehmung der Absolventen und Berufseinsteiger prominent sind.

Die Kriterien für die Teilnahme an den Umfragen werden nicht deutlich. Wer an den Young-Professionals-Umfragen teilnimmt bzw. zur Teilnahme angeregt wird, veröffentlichen die Institute nicht. Besonders undurchsichtig sind die Bewertungskriterien bei Potentialpark – bis auf Worthülsen ist über die Methode der Tests nichts zu erfahren.

  • Umfragen mit breitem Teilnehmerfeld
  • Ranglisten werden veröffentlicht
  • guter Überblick über Branchen
  • Methodik unklar

 2.3. Siegel von Bewertungsplattformen

recruiting

Bei Bewertungsplattformen für Unternehmen sind die Erfahrungen von Bewerbern und Mitarbeitern maßgeblich.

Neben Siegeln, die am Ende eines unabhängigen Bewertungsprozesses stehen, etwa durch Befragungen und Mitarbeitergespräche, existieren auch Auszeichnungen der Bewertungsportale.

Den Effekt der Schwarmintelligenz zu nutzen und interne Erfahrungen transparent zu machen – dafür sind Arbeitgeberbewertungsportale angetreten. Sie funktionieren auf der Basis von Bewertungen, die Nutzer anonym auf der Plattform hinterlassen können.

Das System funktioniert demnach ähnlich wie die Rezensionen auf Amazon, Yelp oder meinprof. Es wird auf die Initiative der Mitarbeiter oder Bewerber gesetzt, ihre Erfahrungen mit möglichen Interessenten zu teilen. Man könnte die Bewerberplattformen auch als Social Media der Jobsuche bezeichnen.

Dabei lässt sich jedoch meist nicht überprüfen, ob die Bewertungen tatsächlich relevant sind, also, ob die betreffende Person tatsächlich das Produkt gekauft, den Laden besucht, den Prof gehört oder eben in der Firma gearbeitet hat. Zudem bleibt die Motivation unklar: Zu vermuten steht, dass nur hochzufriedene oder gänzlich unzufriedene Menschen an den Bewertungen teilnehmen.

Dennoch sind die Bewertungsplattformen für interessierte Jobsuchende die Anlaufstation, welche den meisten Erkenntniswert bietet: Hier werden die Unternehmen in verschiedenen Kategorien bewertet. Diese sind einsehbar, können begründet werden und sind aus erster Hand, von Leuten die tatsächlich in der jeweiligen Firma gearbeitet haben oder immer noch arbeiten. So ist es möglich, einen Einblick in die Arbeitsweise der Firma zu bekommen. Diese Kenntnisse können bei der Entscheidung, sich bei der betreffenden Firm zu bewerben, hilfreiche Anhaltspunkte sein.

Die Zertifikate der Plattformen sind teilweise sehr einfach zu bekommen. Bei Kununu, der zu Xing gehörenden bekanntesten Arbeitgeberwertungsplattform, wird das Siegel „Top Company“ für Unternehmen erteilt, die mindestens sechs Bewertungen bei einem Durchschnitt von drei Sternen pro Bewertung haben. Ob eine solche Auszeichnung tatsächlich das beste Arbeitgebersiegel ist, bleibt offen.

Teilweise gehen die Unternehmen proaktiv mit den Siegeln der Bewertungsplattformen um. Die OTTO-Group beispielsweise ermutigt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Erfahrungen auf den Plattformen zu schildern. Die Schwierigkeit bei einer solchen Vorgehensweise könnte darin liegen, dass sich die Mitarbeiter genötigt fühlen, ein geschöntes Urteil abzugeben. Da bei vielen der Plattformen die Position sowie der Einsatzort angegeben werden, besteht die Möglichkeit, trotz namentlich anonymer Stellungnahme, den Urheber zu identifizieren.

  • Transparente Bewertungskriterien
  • niederschwellige Teilnahmebedingungen
  • Kontaktmöglichkeit mit Unternehmen
  • Anonymität nicht garantiert
  • selten „moderate“ Bewertungen
  • Auszeichnungen schon früh vergeben

projektmanagement

3. Die Zertifikate im Überblick

Auftragssiegel Befragungssiegel Bewertungssiegel
  • Ausgezeichneter Arbeitgeber
  • berufundfamilie
  • Great Place to Work
  • top employers
  • Top Job
  • Die attraktivsten Arbeitgeber
  • Potenzialpark Online Talent Award
  • Trendence TOP Employer
  • Kununu Top Company
  • Glassdoor OpenCompany
Die Vielzahl der Arbeitgeber-Siegel lässt sich nicht in einer einzigen Tabelle abbilden.

 4. Licht und Schatten – Wie sollte man mit Arbeitgebersiegeln umgehen?

4.1. Als Bewerber

Für Menschen, die sich nach neuen beruflichen Herausforderungen umschauen möchten, können Arbeitgeberzertifikate ein Anhaltspunkt sein. So bekommt man einen Eindruck, welchen Stellenwert das Unternehmen seinen Mitarbeitern beimisst und wie das Betriebsklima und der Leumund von Außenstehenden eingeschätzt wird.

Grundsätzlich sollte das Fehlen einer Auszeichnung jedoch kein Ausschlusskriterium sein. Da einige der Prüfverfahren recht kostspielig sind, kann es sein, dass sich Unternehmen gegen das Verwenden eines Siegels entscheiden. Anders herum kann auch die Existenz eines Zertifikats nicht dafür garantieren, dass das Unternehmen und Sie wirklich zusammenpassen. Die Umfrage-Zertifikate in unserem Arbeitgebersiegel Test sind mit Vorsicht zu genießen.

Seien Sie also vorsichtig im Umgang mit den Auszeichnungen, gerade wenn die Kriterien nicht eindeutig sind. Zwar ist ein Gütesiegel von Tob Job durchaus ein Zeichen, dass es das jeweilige Unternehmen ernst meint mit dem Anliegen, einer der besten Arbeitgeber zu sein. Sich selbst von der Atmosphäre bei einem Vorstellungsgespräch zu überzeugen, ist jedoch unumgänglich.

Tipp: Lassen Sie sich nicht von schlechten Bewertungen auf den Portalen von einer Bewerbung abhalten. Es kann durchaus vorkommen, dass eine solche aus verletztem Stolz zustande gekommen ist oder die Betriebsabläufe bereits angepasst wurden.

4.2. Als Unternehmen

Wenn Sie Ihr employer branding optimieren wollen, um mehr qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber zu erreichen, kann ein Arbeitgeber-Siegel eine sinnvolle Investition sein. Jedoch macht eine Auszeichnung allein keinen guten Arbeitgeber. Um für Bewerber attraktiv zu sein, spielen viele Faktoren eine Rolle. Dazu gehören neben Entlohnung und Arbeitszeit die Aufstiegsmöglichkeiten, das Betriebsklima und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (familienfreundliches Unternehmen). Im Zertifizierungsverfahren werden viele dieser Punkte evaluiert und Möglichkeiten aufgezeigt, diese für Arbeitnehmer wichtigen Punkte ins Unternehmensprofil zu integrieren.

Es zeigt sich an vielen Stellen, dass sich Transparenz auszahlt. Eine Interaktion mit Bewerberinnen und Bewerbern sowie ehemaligen Mitarbeitern auf den Bewertungsportalen kann Ihrem Unternehmen positive Synergien für zukünftige Bewerbungsphasen bringen. Eine innenorientierte Personalstrategie, d.h. ein am Mitarbeiter orientiertes HR-Management, wird jedoch in Zukunft immer wichtiger werden, um die Ansprüche der qualifizierten Kräfte zu erfüllen. Ein Tipp vom Profi:

Gut gemachtes Employer Branding bedeutet vor allem klare Kante zeigen als Unternehmen und sich so darstellen, wie man wirklich ist. Ohne Weichspülmodus und weg von der Broschürensprache. Das trauen sich nicht viele Unternehmen, aber diejenigen, welche das machen werden zur Marke, zum Employer Brand. Damit werden sie auch für Bewerber besser greifbar und so generiert sich der Vorteil aus Bewerbersicht.
Christoph Athanas

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Arbeitgebersiegel

  • Wer kann ein Arbeitgebersiegel bekommen?

    Grundsätzlich können alle Firmen ein Arbeitgebersiegel erhalten. Im Einzelnen ist dies abhängig von den Bedingungen, die an die Vergabe geknüpft sind. In der Praxis bekommen vor allem größere Firmen, die eine eigene Personalabteilung besitzen, ein solches Siegel.
  • Wie lang ist ein Arbeitgebersiegel gültig?

    Die meisten der umfragebasierten Siegel werden jährlich neu vergeben. Andere, wie zum Beispiel das Siegel berufundfamilie, haben eine Gültigkeit von 3 Jahren ab Auszeichnung.
  • Sind die Siegel weltweit gültig?

    Da das employer branding auf den jeweiligen Arbeitsmarkt zugeschnitten ist, sind die Gütesiegel meist nur innerhalb dieses Marktes relevant. Die Unternehmen können jedoch auf ihren Seiten damit werben, um so ihren Status zu erhöhen.
  • Wie viele Siegel werden maximal vergeben?

    Keine der ausgebenden Institutionen gibt eine Höchstzahl der auszuzeichnenden Unternehmen an. Bei den Ranglisten werden meist die 100 meistgenannten Unternehmen aufgeführt.
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