Aldi ersetzt Kassen durch Smartphones

Zunächst ist es nur eine Option, die Aldi auch nur in den gerade neu eröffneten Filialen in China anbietet. Dort hat die Marktforschung offenbar ergeben, dass Kunden an einem Bezahlsystem über das eigene Smartphone interessiert sind. Wie das System funktioniert und warum es in den Filialen trotzdem auch noch Kassen gibt, lesen Sie hier.

Augmented Reality im Supermarkt: Ist das die Zukunft im Einzelhandel?

Scan & Go direkt am Warenregal

Das neue System heißt “Scan & Go” und ermöglicht es dem Kunden, Barcodes von Waren über die Kamera des Smartphones direkt am Regal im Supermarkt einzuscannen. Auch das Bezahlen erfolgt dann direkt über das Smartphone - die Kasse wird somit überflüssig. In den chinesischen Filialen gibt es allerdings trotzdem noch eine kleine Zahl an Kassen. Die komplette Digitalisierung war dem deutschen Discounter wohl doch zu riskant.

Online-Zahlung, Kreditkarte & WeChat Pay

Das WeChat-Logo.

Bezahlen dürfen Kunden per Kreditkarte oder Online-Bezahldienst. Voreingestellt ist der Bezahldienst WeChat Pay. WeChat ist ein in China sehr weit verbreiteter Chat-Dienst, ähnlich zu WhatsApp. WeChat ist auch in Deutsch verfügbar, allerdings gibt es einen großen Haken: WeChat gibt gesammelte Daten direkt an die chinesische Regierung weiter. Auf dem europäischen Markt, wo Datenschutz ein deutlich sensibleres Thema ist, hat WeChat deshalb bisher keine Erfolge verzeichnen können.

Das Land der Mitte steht auf Digitales

In China geht man nicht nur mit Datenschutz anders um. Die Menschen haben ein viel freieres Verhältnis zur Digitalisierung und sind in vielen Bereichen offener, als im Westen. So sah eine große Werbemaßnahme von Aldi im Vorfeld der Neueröffnungen zum Beispiel so aus: In U-Bahnhöfen wurde ein großer LED-Bildschirm aufgestellt, an dem man im Vorbeigehen einen Code scannen konnte. Dadurch gelangte man zum Download eines simplen Augmented Reality (AR) Spiels. In dem Spiel ging es darum, möglichst viele virtuelle Erdnüsse in der realen Welt aufzusammeln. Hatte man genug Nüsschen gesammelt, erhielt man einen Rabattcode für den Aldi Online Store. Mehr als 4000 Käufer nutzten diese Rabatte innerhalb kurzer Zeit. In Deutschland hätte so eine Kampagne wohl kaum so viel Erfolg.

Auch ein Beispiel für Augmented Reality: Rabatte, die nur über ein digitales Display sichtbar werden.

Aldi Online Store? Australisches vom deutschen Discounter in China

Tatsächlich war Aldi bis zur kürzlichen Eröffnung der ersten Filialen in China nur als Online Store vertreten. Verkauft wurden dabei vor allem Importwaren aus Australien - denn da ist Aldi schon länger ansässig. Insgesamt präsentiert sich Aldi in China als Premium-Händler. Der Verkauf von hochwertigen Importwaren ist zum Beispiel ein wichtiges Markenzeichen von Aldi China. Tatsächlich ist Aldi fast nur noch in Deutschland als Billig-Discounter bekannt. In den meisten anderen Ländern schätzen Kunden die hohe Qualität der Kette und greifen dafür auch tiefer in den Geldbeutel.

Quelle: chip

Autor: jl
Veröffentlicht: 13.06.2019, 08:44 Uhr

Zum Autor: Johannes Siegl hat Soziologie studiert und dann im Online Marketing Fuß gefasst. Aktuell ist er als Online Marketing Manager und freier Autor in Hamburg beschäftigt.

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